Interessante Neuheiten
Wie sagt der Volksmund folgerichtig: "Andere Väter haben auch schöne Töchter." Nun, was für die Familienplanung gilt, gilt auch für die Musik. Wir stellen in loser Reihenfolge und "Off the Topic" andere interessante - ausdrücklich nicht beatles-bezogene - Neuveröffentli-chungen vor.

Off The Topic

Peter Gabriel: Play The Videos
[DVD, VÖ: November 15, 2004]

Peter Gabriels künstlerischer Erfolg ist auf stetige Innovationen zurückzuführen. Sowohl als Frontman der frühen Genesis wie auch als Solointerpret versteht er es, die Grenzen der kommerziellen Musik zu überwinden und sich der Elemente aus Avantgarde, elektronischer Musik und Worldbeats zu bedienen. Als Videokünstler setzt er Maßstäbe in der visuellen Darstellung seiner Songs. Er hat der MTV-Generation die stilbildenden Elemente geschenkt, die auch heute noch in jedem guten Clip irgendwo zum tragen kommen.

Cover von Peter Gabriel Play - The Videos (C) Warner Music 2004
Cover © Warner Music

23 seiner besten Musikfilme sind nun auf einer einzigen DVD erschienen. Gemeinsam mit dem bedeutensten Musikproduzenten unserer Tage, Daniel Lanois (U2, Bob Dylan, Brian Eno), hat Gabriel die diese beziehungsreichen und zu weilen surrealen Clips remixed und remastered, ihnen neues oder zusätzliches Material hinzugefügt und vor allem einen brillianten Surround Sound (Dolby Digital und DTS 96KHz/24 Bit) gegeben. Für German BEAT!-Herausgeber Sven stehen die Songs bei einem Video-Album nach wie vor im Vordergrund: "Mich fasziniert eine Musik-DVD erst richtig, wenn ich sie wie eine normale LP - und ohne Bild - genießen kann."

Für "Play - The Videos" gilt das uneingeschränkt. Und selbst wenn man mit Peter Gabriel nicht so vertraut ist, spätestens nach dem zweiten Hören geht die Musik eine eigenartige Symbiose mit den eigenen Gedanken ein, was einer Meditation gleichkommt. Und ehe man sich versieht, fliegt einem der "Sledgehammer" buchstäblich um die Ohren. So hat man Gabriel bislang nur im Studio oder auf der Bühne hören können. "Steam" bläst Dir einfach alles weg. Der Sound ist an Klarheit und Fulminanz derzeit nicht mehr zu übertreffen.

Live Aid: Townsend, Geldorf, McCartney (C) Warner Music 2004
Peter Gabriel (li.) und sein Produzent Daniel Lanois
© Warner Music

Viele seiner Filme sind noch mit handwerklichen Mitteln traditioneller Video-, Foto- und Schnittechnik entstanden und weniger im Computer - so auch "Digging In The Dirt": Einer der stärksten Albumtracks. Zumeist inszeniert Gabriel sich selbst - aber ohne überheblich zu wirken. Er ist eben eine interessante Persönlichkeit, die ausdrucksstark und authentisch genug ist, um in verschiedene Rollen zu schlüpfen.

Doch damit nicht genug: Die DVD ist vollgepackt mit 141 Minuten Musik. Neben einigen Trailern gibt es den Erfolgshit "Games Without Frontiers" in einer aktuellen Live-Version. Der Clou bei diesem Release ist, ihr könnt bis zu 18 Titel programmieren und als Endlosschleife abspielen lassen. Daneben werden die Songs - knapp zwar - vom Chef selbst kommentiert. Man sieht dann auch, daß so Sachen wie "Sledgehammer" reine Handarbeit sind. Das 24seitige Booklet ist mit Videostills reichlich bebildert und liefert detaillierte Credits zu jedem Titel. Bei der DVD kann zwischen zwei Bildformaten 16:9 oder 4:3 gewählt werden.

An "Peter Gabriel: Play - The Videos" kommt ein Fan natürlich nicht vorbei. Musikinteressierte, die die siebziger und achtziger Jahre bewußt miterlebt haben, werden an dieser Veröffentlichung ihre Freude haben. "Play" ist kein zweiter Aufguß aus der Jugend. Das Album ist vielmehr die Inkarnation dessen, was wir aus dieser Zeit noch für die Zukunft bewahren müssen. Gabriel ist aktueller den je. Wir meinen, neben "Live Aid" ist "Play" eine der wichtigsten Musik-DVD-Erscheinungen des Jahres.

Weitere Informationen mit Beispielclips

gibt es auf der Webseite von Peter Gabriel http://www.petergabriel.com. Die DVD wird in Deutschland von Warnermusic - http:///www.warnermusic.de vertrieben.

Stand: 15.11.2004
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Live Aid
[4fach-DVD-Box, VÖ: November 8, 2004]

Es war ein Ereignis der Extraklasse. Als "größte Show der Welt" angekündigt, von 1,5 Milliarden (!) Zuschauern an den heimischen Bildschirmen rund um die Welt mit Spannung verfolgt und insgesamt 16 Stunden lang: LIVE AID!

Bis heute gilt LIVE AID als das Live-Ereignis der Popgeschichte. Nahezu zeitgleich trat die Créme de la Créme der zeitgenössischen Rock- und Popmusik am 13. Juli 1985 in zwei Stadien auf zwei Kontinenten auf und spielte für die Hungernden in Äthiopien, Eritrea und dem Sudan. Feed the world, so das Motto der Veranstaltung, schuf eine direkte Linie vom Wembley-Stadion in England bis in das JFK Stadium in Philadelphia, USA. Mehr als 40 Bands gaben in jeder Hinsicht alles für den guten Zweck, per Satellitenschaltung wurde mit einer bis dahin unbekannten logistischen Präzision ein weltumspannendes Band der Musik quer über den Globus gezogen und das Event televisionär übertragen.

Live Aid: Cover (C) Warner Music 2004
Package Cover © Warner Music

19 Jahre lang lag der komplette Mitschnitt des Super-Events gut behütet in den Archiven vergraben. Jetzt entschloss sich der Kopf hinter der gigantischen Unternehmung, Boomtown Rats-Chef Bob Geldof, das Film-Material von LIVE AID der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um mit dem Erlös die noch immer tätige Organisation Band Aid Trust zu unterstützen. Denn Hunger gibt es immer noch auf der Welt, und noch immer brauchen Millionen Menschen, die nichts haben, die Unterstützung derer, die etwas haben. Mit dem Erwerb von LIVE AID kann man die gute Sache also auch noch heute aktiv unterstützen - und erhält zugleich eines der kultträchtigsten Pop-Dokumente der letzten 40 Jahre.

Allein die Besetzungsliste spottet jeder Beschreibung und liest sich wie das Who is Who auch der heutigen Musikszene: U2, Sting, David Bowie, Elton John, George Michael, The Who, Madonna, Queen, Paul McCartney, Phil Collins, Mick Jagger, INXS, Tina Turner… Viele von ihnen gehörten damals schon zu den Größten, andere standen damals an der Schwelle zum ganz großen Erfolg und gelten heute als Superstars. Sie wurden in den folgenden Jahren zu Ikonen der achtziger Jahre. Und es ist nicht nur spektakulär, eine ganz junge Madonna zu sehen, einen Phil Collins, der am Anfang seiner Solokarriere stand, einen Sting kurz vor seinen größten Triumphen. Überwältigend ist es auch, das Gemeinschaftsgefühl zwischen den Menschen nachzuempfinden, den Hauch der 80er Jahre so frisch und authentisch zu spüren, und nicht zuletzt, die geballte Ladung von Jahrhunderthits und ihrer Interpreten auf dem Bildschirm mitzuverfolgen, als würde man jetzt, in diesem Moment, selbst vor der Bühne stehen.

Live Aid: Townsend, Geldorf, McCartney (C) Warner Music 2004
It is 20 years ago ... Mit Doppelklick Ansicht vergrößern (v.l.n.r.) Townsend,
Geldorf, Macca & Moyet © Warner Music

Doch ein Live-Event im Zeichen einer weltübergreifenden Idee birgt nicht nur eine Sammlung von großartiger Musik, sondern hält überdies einige Überraschungen und Sternstunden der Popgeschichte bereit. Zu den Highlights gehört ohne Zweifel der hochgradig energetische Auftritt von Queen, der noch einmal verdeutlicht, dass mit Freddie Mercury Mitte der Neunziger einer der charismatischsten Rock-Entertainer aller Zeiten verstarb. Ein packendes Dokument einer der größten Momente von Queen und der Rockgeschichte schlechthin, das auch heute noch Herzklopfen bereitet. Weiterhin sieht man Paul McCartney, wie er von Bob Geldof, Alison Moyet, Who-Chef Pete Townshend und David Bowie bei "Let It Be" als Background-Sänger begleitet wird. Die Thompson Twins stehen gemeinsam mit Madonna und Chic-Mastermind Nile Rogers auf der Bühne, Mick Jagger mit Tina Turner, Elton John mit George Michael, Paul Young mit Alison Moyet, Sting gemeinsam mit Dire Straits. Für eine kleine Sensation sorgte Phil Collins: Präsentierte er am Nachmittag noch "Against all Odds" und das Duett "Every Breath You Take" mit Sting im englischen Wembley-Stadion, ist er wenige Stunden später schon in Philadelphia mit Eric Clapton zu sehen, nachdem er kurzerhand mit einer Concorde einmal über den großen Teich jettete. Aber es gibt auch weitere berührende Momente. Ein Bob Geldof, der vor Ergriffenheit den Tränen nah ist ("Ich habe gerade festgestellt, dass dies der beste Tag meines Lebens ist"), eine Joan Baez, die spontan mit zehntausenden von Fans Amazing Grace anstimmt, die großen Finale, in denen alle Beteiligten sich auf der Bühne versammeln und "Do They Know It's Christmas" und "We Are The World" (USA for Africa) singen. LIVE AID führte die Menschen für einen Tag unter dem Stern der Menschlichkeit zusammen und bietet uns heute ein unschätzbares Dokument der Popmusik wie es umfassender und spannender kaum sein könnte

Wer das Geschehen damals vor dem Fernseher verfolgte, wird ins Schwärmen geraten, und wer zu jung ist, um LIVE AID bewusst erlebt zu haben, dem wird angesichts des geballten Auftretens der Stars der Mund offen stehen bleiben. Und er wird all jene Bands, die vielleicht zu seinen All-Time-Favorites gehören oder inzwischen zu einem Mythos geworden sind, alive und in authentischer Action erleben können.

Live Aid: Freddie Mercury (C) Warner Music 2004
Freddie Mercury von Queen
hatte Wembley fest im Griff
© Warner Music

Auf insgesamt 4 DVDs hält LIVE AID über zehn Stunden Gänsehaut bereit. Und dies in allerbester Qualität: Das gesamte Ursprungsmaterial vollständig mit Multi-Channel Surround Sound und Stereo Audio Options für die DVD Produktion remastered. Hintergrundinformationen über den Anlass und die Organisation von LIVE AID sind in der Dokumentation "Food & Trucks & Rock'n'Roll" festgehalten, deren Untertiel in 6 Sprachen abrufbar sind.

Die Bands und Musiker stellten sich ohne Gagenforderungen zur Verfügung. Weltweite Spendensammlungen, die Verkäufe aus den Singles "Do They Know It's Christmas" und "We Are The World" und das Engagement vieler Menschen sorgten damals für Einnahmen in Höhe von 140 Millionen Dollar für die Hungernden in Afrika. Mehr noch aber sorgte LIVE AID für das Zusammengehörigkeitsgefühl von Milliarden von Menschen. Und die Arbeit hat noch lange nicht aufgehört: Über 50 weitere Millionen Dollar sind seit damals zusammengekommen, und mit der Veröffentlichung des DVD-Sets LIVE AID geht der Prozess auch heute weiter.

Bob Geldof, der erneut keine Mühe gescheut hat, von allen Beteiligten die Freigaben für die Veröffentlichung des DVD-Box-Sets einzuholen, ist nach wie vor von der großen Idee überzeugt: "Vor zwanzig Jahren haben die Bands nicht nur ‚wirklich gut ohne Gage' gespielt, sie haben außerdem ein neues Thema in die Weltpolitik eingebracht und es zur Priorität erhoben. Sie haben außerdem - direkt oder indirekt - Millionen von Menschen das Leben gerettet und damit 1,5 Milliarden Menschen daran erinnert, dass der Einzelne angesichts der monströsen menschlichen Tragödie nicht machtlos ist. Der Kauf der LIVE AID DVD-Box lässt diesen Tag weitergehen und weist in eine entfernte, aber hoffentlich bessere Zukunft für all die Menschen, in deren Namen diese großen Künstler aufgetreten sind."

Für eine bessere Welt im Zeichen großartiger Musik!

Quelle: Original Pressetext von www.warnermusic.de

Editorial: Wißt ihr noch, wo ihr an diesem Tag ward und was ihr gemacht habt. Ständig lief das Radio oder der Fernseher. LIVE AID war der Soundtrack für diesen besonderen und schönen Sommertag. Persönlich schwingt mit diesem Ereignis noch jenes Gerücht mit, daß die seinerzeit verbliebenen Beatles dort auftreten sollten - So habe ich die 15h Live Aid im Fernsehen quasi mit einem Finger auf dem Rec-Button des Videorekorders erlebt. Am Ende war es "nur" ;-) McCartney, der von den Fab-Four auftrat.

Übrigens - "Band Aid 20"-Single "Do They Know It's Christmas?" ist ab sofort als Download erhältlich ... [Hier gibt es mehr Informationen zur Single ...]

Stand: 18.11.2004
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Bert Kaempfert: Strangers In The Night-The Bert Kaempfert Story
[DVD & CD, VÖ: November 1, 2004]

Bert Kaempfert machte die Beatles mit "My Bonnie" zu Platten-Stars, lange bevor das berühmte kräftige "Yeah! Yeah! Yeah!" die Ohren der Fans spitzen ließ. Als Backingband von Tony Sheridan folgten sie zunächst Kaempferts Wissen und Können, seiner undogmatisch vermittelten Kreativität. Auf Bitten Brian Epstein beendete der deutsche Produzent 1962 den Vertrag zwischen ihm und der Gruppe und ebenete so den Weg für die phänomenale Weltkarriere der Fab Four.

DVD-Cover von The Bert Kaempfert Story (C) Universal 2004
DVD-Cover der Kaempfert-Story
Mit Doppelklick Ansicht vergrößern © Universal Germany

Der Dokumentarfilmer Marc Boettcher machte schon mit einer Reihe von unpathetischen und gut recherchierten Features, u.a. über die Chansonsängerin Alexandra, auf sich aufmerksam. Und wenngleich die Musik nicht unbedingt in den Kanon von "Come Together" und "Helter Skelter" hinein paßt, so sind die Menschen hinter den von Boettcher beleuchteten Karrieren nicht minder interessant.

So läßt der Filmemacher Bert Kaempferts Freunde und Weggefährten, wie Freddy Quinn, Hildegard Knef und James Last zu Wort kommen, ebenso wie die Familie Bert Kaempferts. Dabei wird die Geschichte des Mannes erzählt, dessen Ideen einen unverrückbaren Platz in den Annalen der Musik-Historie besetzen,und die vor über 80 Jahren in einem hamburgischen Arbeiterviertel begann. Der Hanseat hat quasi das "Easy Listening" erfunden und dabei sein Wesen in seine Arbeiten übertragen: sympathisch, bescheiden, zurückhaltend - gleichwohl ansteckend, gefühlvoll und lebensfroh.

Die Liste der Solo-Künstler, die mit unverwechselbaren Kaempfert-Kompositionen internationale Erfolge feierten, liest sich wie ein "Who's who" der Unterhaltungsmusik, wie Frank Sinatra, Al Martino, Dean Martin. Ella Fitzgerald und Shirley Bassey. Sarah Vaughan und Peggy Lee. Nat King Cole, Herb Alpert, Johnny Mathis, Brenda Lee, Caterina Valente, Andy Williams oder Nancy Wilson. Sie alle fühlten sich ganz einfach wohl mit den ebenso unangestrengt - leichten wie genial konstruierten Melodien des Hamburgers.

Am 1. November 2004 erschien bei Universal eine DVD in Kombination mit einer Musik-CD, die die wichtigsten Stationen im Leben dieses außergewöhnlichen deutschen Musikers würdigt. Die kurze aber wichtige Zusammenarbeit Kaempferts mit den Beatles läßt uns auf diese spannende Veröffentlichung aufmerksam werden. Insgesamt ist "The Bert-Kaempfert-Story" aber "Off the Topic" einzuordnen. [Hier mehr Lob ...]

Offizielle Informationen

zur DVD-Veröffentlichung gibt es auf Bert Kaempferts Künstlerseite bei Polydor (Trackliste) und seiner offiziellen Webseite www.kaempfert.de (Buch, Inhalt und Rezensionen). Speziell über den Film berichtet der Autor Mark Boettcher auf der Webseite www.boettcher-film.de.

Stand: 27.09.2004
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Fleetwood Mac: Live in Boston /
10,000 Maniacs: Time Capsule
[Zwei Einzel-DVDs, VÖ: September 20, 2004]

Die Beatles wie auch die Solokünstler haben sich selten mit weiblichen Stimmen geschmückt. Zum Glück, werden einige sagen. Doch insbesondere die Songs von und mit Yoko Ono werden von hoher künstlerischer Ambitionen getragen. Kommerziell sind diese Kollaborationen allerdings über die "reinen Männersachen" nie hinausgewachsen. Ganz anders haben das zwei Mädels mit ihren Bands eingefädelt: Die eine heißt Stevie Nicks und war sowie ist Frontwoman von Fleetwood Mac. Die andere Lady - mit dem französisch klingenden Namen - Natalie Merchant hat mit ihren Jungs von 10,000 Maniacs seit 1981 10 Millionen Alben verkauft. Beide drücken den Bands ihren markanten und stimmlichen Stempel auf. Beide tragen mit vielen Kompositionen zum Erfolg bei. Warner wird das Schaffen und Wirken beider Musikgruppen mit eigenen DVD-Veröffentlichungen am 20. September würdigen.

Prädestiniert sind beide, um sie auf die einsame Insel mitzunehmen - wenn's mit der von den Maniacs zu melancholisch wird - dann bitte schön Fleetwood auflegen und sich ganz laut den Track "Don't Stop" 'reinziehen. [Mehr Lob hier ...]

Offizielle Informationen

zu den DVDs gibt es auf den Künstlerseiten von www.fleetwoodmac.com und www.maniacs.com sowie auf den Seiten der Plattenfirma www.warnervision.de.

Stand: 11.09.2004
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Crosby, Stills & Nash:
Daylight Again / The Acoustic Concert
[Zwei Einzel-DVDs, VÖ: August 9, 2004]

Crosby, Stills and Nash:Daylight Again / The Acoustic Concert, (c) Warner Music 2004
Zwei auf einen Streich
© Warner Music Germany

David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash (zeitweilig im Chor mit Neil Young) - kurz CSN (CSN&Y) waren in den siebziger und achtziger Jahren eine der einflußreichsten Bands in Amerika. Ihre Musik war ein authentischer Spiegel ihrer Zeit und ihres Landes: politisch kritisch und kämpferisch auf der einen Seite und verspielt sentimental auf der anderen Seite. Dieser Stil brachte sie in die Nähe von Folk-Rockern, für die auch ihre musikalischen Wurzeln Dylan, Byrds und Buffalo Springfield stehen.

Am 9. August erschienen die beiden legendären Konzertvideos "Daylight Again" aus dem Jahre 1983 und "The Acoustic Concert" aus 1991 erstmals in brillanter Bild- und Tonqualität auf DVD.

Gerade wenn man die Geschichte von CSN nicht bewußt verfolgt hat, stellt man beim Hören der beiden DVDs, wie vertraut einem die Songs und die Arrangements auf einmal vorkommen: "Déjà Vu", "Marrakesh Express", "Turn You back On Love", "Wooden Ships". Da wird klar - sie lieferten den konzeptionellen und anspruchsvollen Gegenentwurf zur Discoszene und Poprock-Glamourgilde der siebziger Jahre. Nach ihrem phänomenalen Konzert 1983 in L.A. unter dem Motto "Daylight Again" war es jedoch für einige Zeit verhältnismäßig still um CSN. Die Konzertaufzeichnung "Acoustic" aus 1991 zeigt aber mehr als eindrucksvoll, daß die Drei von ihrer alten Faszination nichts eingebüßt haben - im Gegenteil, sie konnten sogar neue Akzente setzen, z. B. mit einem seinerzeit aktuellen Bluestitel "For What It's Worth".

Mit "Daylight Again" und "The Acoustic Concert" kommt ein Doppelpack in die Läden, der eingefleischte Fans wie auch Gelegenheitshörer gleichermaßen zu beeindrucken vermag - allerdings muß ein Faible für folkige und epochale Titel mitbringen, um die nötige Aufmerksamkeit für die insgesamt 200 Minuten Konzertaufnahmen mitzubringen. Persönliche Highlights sind eher die rockigeren Stücke auf der "Daylight" - aber auch das sehr gelungene Beatles-Cover von "Blackbird".

Offizielle Informationen

zu den Neuveröffentlichungen "Daylight Again" und "The Acoustic Concert" gibt es bei Warner Music Germany.

Stand: 23.07.2004
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Les McKeown: Rollermaniac
[Buch, VÖ in Deutschland: Mai, 2004]

Buchtitel: Rollermaniac, Les McKeown (c) Heyne-Verlag 2004
Schottland sucht den Superstar
© Heyne Verlag

Die britischen Musikzeitschriften schrieben 1975 über die Bay City Rollers: "Das sind die neuen Beatles." Mit "Bye, Bye Baby" landeten sie ihren sechsten Hit auf der Insel. Auch die deutsche "Bravo" wollte wissen, wer denn nun die Größten seien - die Beatles oder die Rollers. Das Jugendmagazin "lieferte die Argumente": Les McKeown gegen Paul McCartney, Tom Paton gegen Brian Epstein, "Yesterdays Hero" gegen "Lady Madonna", Pilzkopf gegen Karomuster. Ich habe die schottische Boygroup seinerzeit nicht groß beachtet - sie erschienen mir in der Post-Beatles-Ära als nicht relevant, obwohl die Liverpooler Jungs - als Gruppe getrennt - mehr oder weniger "Out Of Order" waren. Gut, McCartney und seine Wings lieferten den Soundtrack der frühen Siebziger, Starr professionalisierte seine Liebe zum Film, aber Harrison verschwand zeitweilig von der Bildfläche und Lennon ins berühmte "Lost Weekend".

Les McKeown - der Frontman der zweiten Stunde - räumt in seiner Biografie mit einer ganzen Reihe von Mythen auf. Aus der Popretorte geboren, eroberten die Bay City Rollers in wenigen Jahren die ganze Welt. Brutal gesteuert von purem Geschäftsgebahren Dritter, wie den Produzenten, der Plattenfirmen und des Managers Tom Paton. Perfide hat die Popindustrie Keile zwischen die einzelnen Bandmitglieder getrieben - so verwundert es nicht, wenn heute noch Millionen Euro auf Konten lagern, weil sämtliche Protagonisten heillos miteinander zerstritten sind.

Les versucht eindringlich und spannend zugleich, die Rollers als ernstzunehmende Künstler darzustellen, nicht ohne mit jedem und allem abzurechnen. Im Kern verklärt er jedoch die Bandvita zu der für Supergroups üblichen Legende: Arme talentierte Kinder gründen Band, tingeln durch Spelunken, fressen den gleichen Bühnenstaub. Das kommt sehr wohl auch auf den knapp 270 Seiten plausibel rüber. Die Autobiografie "Rollermaniac" von McKeown deckt den phänomenalen Unterschied zu den Beatles auf. Ok, es blieb zehn Jahre zuvor ebenso nicht unversucht, die Beatles auf Pop-Gardemaß zu trimmen und sie von Termin zu Termin zu jagen, um sie für fremde Dinge zu vereinnahmen. Aber in den Fab Four fand eine "Revolution" statt - Sie erinnern sich? Die 1000 Tage! Die Entschlossenheit, die Lust an dem Experimentellen sowie das Interesse an der Avantgarde und die Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der Industrie bahnte den Liverpoolern den Weg auf den Pop-Olymp.

Den Rollers hingegen fehlte der letzte Biß - Bemühungen der Eigenständigkeit verloren sich auf halber Strecke. Irgendwie kriegt man das Gefühl nicht los, daß da auch nicht mehr drin war. Gnadenlos sind die Schottenjungs in den Marketing- und Promotionmühlen zerrieben worden. Das Buch liefert skurrile Geschichten. So wurde die Rollermania auf den Straßen provoziert. Manager Paton informierte zunächst die Presse, nachdem er Eric Faulkner regungslos nach einer Überdosis Schlaftabletten auffand und dann erst den Notarzt.

Heute ist vom großen Ruhm nicht mehr viel übrig geblieben: Die alten Herren leben in eher bescheidenen Verhältnissen. Irgendwo werden noch ein paar Millionen an Tantieme gebunkert, irgendwo auf dieser Welt und in diesem Moment sorgen die alten Songs auf Seventies-Parties wieder für gute Stimmung - auch unter Kameraden wie mich, die die Schottenjungs nie richtig leiden konnten. Irgendwo schlummert in dem Ex-Frontman und Autor Les McKeown das Prinzip Hoffnung, das alles gut wird.

Das Buch ist lesenwert - die Story um die Rollers aber ist eher beiläufig. Irgendwann wird auch Gary Barlow ein solches Buch schreiben.

Offizielle Informationen

zum Buch gibt es auf der Webseite des Heyne Verlages oder auf der Homepage des Ex-Frontman der Bay City Rollers Les(lie) McKeown. Die deutsche Erstausgabe von "Rollermaniac" - im englischen Original "Shang-A-Lang" umfaßt 320 Seiten und kostet Euro [D] 12.00 (Euro [A] 12.40, sFr 21.80).

Stand: 06.06.2004
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Dick Brave & The Backbeats:
Live At The Limelight
[DVD, VÖ in Deutschland: März 1, 2004]

"Das ist doch ... Sasha?!" Richtig, hinter dem vermeintlichen kanadischen Rock-'n'-Roller Dick Brave steckt das Lust-und-Liebe-Seitenprojekt von Deutschlands Popstar Sasha. Nur wenige wussten ja von dessen Faible für das wilde und ungezügelte Musikgefühl der Fifties. Aber nach zwei erfolgreichen Clubtourneen waren sich alle einig: So viel unbändiger Musik-Spaß darf nicht länger Fans von Power-Rockabilly und Rock-'n'-Roll-Klassikern vorbehalten bleiben - das Album musste her.

Das Album "Dick this!" kletterte unaufhaltsam an die Spitze der Charts. Die Tournee wurde ein Erfolg. Die neu erschienene DVD "Dick Brave & The Backbeats - Live At The Limelight" mit dem Mitschnitt des furiosen Konzerts im Kölner "Limelight" am 30. Oktober 2003 schon auf den ersten Tracks deutlich, warum die anfangs nur als Live-Act geplanten Backbeats eigentlich so viel Furore machen.

"Get the party started" - so könnte diese DVD auch heißen. Denn Dick Brave & The Backbeats spielen sich in dem Kölner Club mit viel Herzblut und Rhythmus durch das Beste der Fünfziger. Aber einfach nur retro wollen sie nicht sein und nehmen sich auch Heiligtümer der Achtziger von Aerosmith vor oder das ewig Gute der Neunziger wie Red Hot Chili Peppers oder George Michael, und sogar Pink und Avril Lavigne zeigen durch Dick Braves "Revision", wie aufregend Rock 'n' Roll sein kann.

Offizielle Informationen

zur DVD gibt es auf www.dickbrave.com oder auf den Seiten der Plattenfirma www.warnervision.de.

Rezension

German Beat holte sich die Party ebenfalls mit dieser DVD ins Haus und bekam Appetit auf mehr. [Mehr Lob hier]

Stand: 18.03.2004
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Michael Moore: Volle Deckung, Mr. Bush.
[Buch, VÖ in Deutschland: November 14, 2003]

Der amerikanische Dokumentarfilmer und Oscar-Preisträger will Bush vom Sockel stürzen sehen. In den USA und auch in Deutschland eroberte Moores jüngestes Buch "Volle Deckung, Mr. Bush (Dude, Where's My Country?)" im Nu die Bestsellerlisten. Das Werk ist spannend. In brillanter Manier macht der Autor begreifbar, was in den Hinterzimmern der Macht abgeht und wie die Bürger "beschissen" werden - wenn das nicht ausreicht um den Texaner abzustrafen, was dann?

Offizielle Informationen

zum Buch gibt es beim Piper-Verlag sowie auf der Homepage des Autors Michael Moore.

Rezension

In der Buchbesprechung zeigen wir uns beeindruckt von soviel Ungereimtheiten und Dubiosem in der amerikanischen Politik und von Michael Moores Mut, an der Glaubwürdigkeit einer amerikanischen Institution zu rütteln. [Hier mehr]

Stand: 08.03.2004
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Melissa Etheridge: Lucky.
[CD, VÖ in Deutschland: Februar 9, 2004]

Gitarrenriffs mit Memory-Effekt

"'Lucky' habe ich aus dem gleichen Grund als Titel-Track des Albums gewählt", sagt Melissa Etheridge zum Opener ihres achten Albums, "aus dem ich auch das Album 'Lucky' genannt habe: ich wollte sicherstellen, dass jeder merkt, dass dies ein fröhliches Album ist." Sie ätte es aber auch genausogut "When You Find The One" nach dem letzten Song benennen können, einem wunderschönen Lobgesang auf eine neue Liebe. Das Album vermittelt dieses großartige Gefühl, hoffnungslos, ja wahnsinnig verliebt zu sein. Eine Grundstimmung, die dem Album eine Fröhlichkeit verleiht, die dem letzten Werk von Melissa, dem 2001 erschienenen "Skin" abging. [Hier die komplette Pressemitteilung mit Informationen zu den einzelnen Songs ...]

Melissa Etheridge startet mit "Lucky" nun wieder kräftig durch. Wir durften schon 'mal 'reingehören, ehrlich - die Songs gehen uns nicht mehr aus dem Kopf: Leichtgängige Gitarrenriffs und rauhe Röhre machen Stimmung. "Lucky" hat dabei annähernd das gleiche Potential wie Melissas erste Alben. Sachen, wie "Bring Me Some Water", "Like The Way I Go", "Ain't It Heavy" oder "Your Little Secret" sind in unsere Hirnrinde eingeritzt. Das neue Album "Lucky" liefert die nächsten Vorlagen mit dem Titelsong, mit "Breathe", "Mercy" oder auch mit dem epochalen "Meet Me In The Dark":

"Lucky" ist seit dem 9. Februar in den Läden. Fazit: Nachhaltiges Songmaterial, strongly recommended.

Offizielle Informationen

Alles Wichtige zur CD gibt es auf der Homepage von Melissa Etheridge sowie bei Polydor-Island Germany. Die Pressemitteilung liegt bei German Beat vor.

"Beathe" - das neue Video

Darin spielt Football Coach Pete Adkins, eine berühmte Trainergestalt aus Jefferson City, Missouri eine tragende Rolle. [Hier geht's zum Video © Polydor-Island Germany].

Stand: 05.02.2004
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Late Lounge Allstars: Pop ist Sheriff 3.
[CD, VÖ in Deutschland: Dezember 8, 2003]

Ritterschlag statt Bohlen-Kuß

Selten ist eine Serie von Compilations konsequenter fortgeführt worden wie diese - Pop ist Sheriff. Die Late Lounge Allstars blasen zum dritten Hallali auf unsere auf feinstem Pop dressierten Ohren. Dabei greift PIS3 nicht auf die üblichen Verdächtigen wie Bohlen und Reibach zurück.

Kein Casting-Ausschuß, sondern ein - wie es so schön auf der Late Lounge-Homepage heißt - Destillat aus den "Schallplatten der Woche", vorgestellt im Hessen Fernsehen. Diese hohe Auszeichung für ein Album kommt nicht von ungefähr. Musikenthusiasten stellen sich diese von Cappelluti & Co. mit Ritterschlag versehenen Scheiben nämlich nur als Vinyl hochkant ins Regal.

Die so geadelten Acts werden angeführt von

Fehlfarben
(unvergeßlich das Hammer-Album "Monarchie und Alltag")

Mardi Gras.BB
(Dauertöner auf den PIS-Scheiben. Übrigens, bei diesen Bläsern beginnst Du mit deinen Schlappen den Tanzboden glatt zu schmirgeln)

Calexico
(auch wenn - wie die Süddeutsche schreibt - "Calexico ein desolates Kaff in der Wüste, 150 Meilen von San Diego," ist, so sind die beiden Protagonisten Garanten für ein feines Pop-Pfannengemüse aus Folk, Country, Jazz und Latin).

Deine Pop-Sammlung kann nicht vollständig sein, wenn Du diese neue Compilation nicht besitzt. Mit den drei "Pop ist Sheriff"-CDs im Herrentäschchen schmeißt Du noch jede Party.

Offizielle Informationen

Alles Wichtige zur CD siehe Late Lounge (im Hessen Fernsehen).

Stand: 02.02.2004
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John Lee Hooker: Face to Face.
[CD, VÖ in Deutschland: November 3, 2003]

John Lee Hooker, viermaliger Gewinner des amerikanischen Grammy Awards und gleichzeitig Würdenträger des Rock´n`Roll Hall Of Fame, war ein echter Glücksfall für die Musikgeschichte. Mehr als fünfzig Jahre lang veröffentlichte er regelmäßig Alben mit Nachweisen seiner herausragenden künstlerischen Fähigkeiten. Boogie Chillen hieß 1948 sein Debüt, das neueste Werk trägt den Titel Face To Face. Zweieinhalb Jahre nach seinem Ableben am 21. Juni 2001 erscheint damit nun ein Werk, an dem er unmittelbar vor seinem Tod noch zu arbeiten begonnen hatte.

Offizielle Informationen

Alles Wichtige zur CD bei Eagle Rock sowie in Deutschland bei CMM Online.

Rezension

Die Redaktion zeigt sich begeistert über soviel Groove und Coolness. Lehnt euch zurück und seid bereit für John Lees vorerst letzte Blues Journey mit "Face to Face".

Stand: 29.12.2003
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Robbie Williams: What we did last summer.
[DVD, VÖ in Deutschland: November 24, 2003]

Robbie Williams kann mit sich mehr als zufrieden sein. Sein aktuelles Studioalbum "Escapology" war ein Riesenerfolg und seine Sommertournee durch die größten Stadien Europas glich einem Triumphzug. Am 1., 2. und 3. August dieses Jahres setzte Robbie Williams einen neuen Rekord für LIVE-Konzerte, als er in Knebworth mehr als 375.000 Besuchern in Bestform "entertainte". Die CD zum Konzert ist mittlerweile 3fach Gold und stieg direkt auf Platz 2 in die Charts ein.

Dieses einmalige Popspektakel aus Knebworth gibt es ab dem 24.11.03 nun auch auf DVD und VHS, zum hautnah miterleben.

"WHAT WE DID LAST SUMMER" entält neben dem kompletten, UNGEKÜRZTEN 120 minütigen LIVE-Konzert viele weitere Extras, wie z.B. eine exklusive Bildergalerie des Konzertes, Outtakes der Proben, Backstage Szenen, Screensaver, Wallpapers und vieles mehr ... und vor allem sind auf der DVD jede Menge Hits enthalten.

Details zur Doppel-DVD :
Soundformat: Konzert und die meisten Extras in 5.1 surround Dolby Digital. Rest in stereo
Screenformat: 16:9
Running time: 170 min

Offizielle Informationen

Alles Wissenswerte zur DVD gibt es auf Robbies Website.

Rezension

German Beat feiert diese DVD in seiner Rezension mit "stehenden" Ovationen.

Stand: 03.12.2003
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