Horst Fascher: Let the good times roll [Buch/VÖ: 23.01.2006]
Horstie zu Gast bei SWR Leute
Frankfurt am Main (gbip/ 17.03.2006 30.05.2006) - Unserem Leser "James Paul" verdankten wir den Hinweis auf eine SWR1-Rheinland-Pfalz-Radiosendung: Moderatorin Katja Heijnen lud den ehemaligen Boxer und Star-Club-Manager Horst Fascher am Sonntag, 5.3.2006, 10.00 bis 12.00 Uhr, zu sich in die Sendung "SWR1 Leute" ein.
Horst Fascher schnackte und klönte im "Hamburg Sound" von der Leber weg und gab die interessantesten Storys aus seinem Buch zum Besten. Im August will Fascher seine Lebensgefährtin Birgit in den USA heiraten. Die kirchliche Trauung soll kein Geringerer als Little Richard vollziehen. Und so wie es aussieht, wollen dänische Investoren den Star-Club am 13. April 2007 erneut eröffnen. Fascher kann sich gut vorstellen, dort "wieder" als Talentscout anzuheuern.
Radiosendung mit Horstie wurde im TV wiederholt
In der Nacht vom 12. auf den 13. März (von 01:00 bis 03:00 Uhr) zeigte das dritte Fernsehprogramm des Südwestrundfunks (SWR) die bereits im Radio am 5. März ausgestrahlte Talksendung mit "Bild und in Farbe". Weitere Infos siehe die Webseite des Programms "SWR Leute night".
Fascher-Inflation im SWR
Horst Fascher war am 13. März dann zu Gast bei Stefan Siller in seiner Radiosendung "Leute" des SWR1-Baden-Württemberg. Dieses Interview kann als Podcast im Internet heruntergeladen werden.
Weiteres Audio-Interview im Deutschlandradio
Am 2. Februar führte Markus Brügge in Hamburg ein Interview mit dem ehemaligen Star-Club-Manager. Das Interview, das als Podcast von den Seiten des Senders heruntergeladen werden kann, bildete auch die Grundlage für einen Bericht in der Zeit.
Unter dem Titel "Let the good times roll" bat Knut Benzner am 9. Mai zu Gesprächen mit Horst Fascher, Günter Zint und Klaus Voormann. Das hauptsächlich mit Fascher geführte Gespräch erinnert an die Zeit mit den Beatles in Hamburg. Alles Weitere kann [hier nachgelesen] und [dort nachgehört] werden.
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Rezension
Schnack and Roll
© Jacqueline Krause-Burberg
"Dieses Buch ist für Menschen, die sich für die Geschichte hinter der Geschichte interessieren. Für die wahren Fans. Menschen wie Jürgen Warres, der damals mit seinem klapprigen Mofa extra aus Berlin über die Transitstrecke in den Star-Club kam, nur um einmal die Beatles zu sehen. Für die unzähligen Rock 'n' Roller, die sich das Geld für Eintritt und Bier vom Munde absparen mussten", schreibt Horst Fascher, Star-Club-Manager, Vietnam-Veteran, Box-Promoter ... und Beatles-Freund, in dem Vorwort zu seiner Biografie. "Und es gibt noch einen weiteren Grund für dieses Buch: Heute wird häufig versucht, die Exzesse der Beatles während ihrer Hamburger Tage herunterzuspielen, sie als unschuldige kleine Jungs darzustellen. Mein Gott, sie waren jung, sie waren neugierig, sie wollten sich ausprobieren."
Frankfurt am Main (gbip/04.03.2006) - Der Hamburger an und für sich neigt nicht gerade zur Aufschneiderei. Er garniert zwar seine Schilderungen gerne mal mit kleinen Übertreibungen. Aber er lässt dennoch keine Zweifel offen, sich an den Fakten messen lassen zu wollen. Horst Fascher, Sohn einer Küchenhilfe und eines Seemannes, bildet hier keine Ausnahme. Seine Lebensgeschichte ist eine Geschichte über die junge Nachkriegsgeneration, den Rock'n'Roll, einen berühmten Musikladen und über noch berühmtere Freunde sowie über ein mittlerweile 70 Jahre altes "Stehaufmännchen". Trotz Kriegserlebnisse in Vietnam und den frühen Tod zwei seiner Kinder, siegt am Ende die Hoffnung auf ein Happy-end.
Horst Fascher stellt sich zeitlebens in den Dienst der Leidenschaft, sei es die Liebe zum Boxsport, sei es die Liebe zum Rock'n'Roll oder sei es die "spät" entwickelte Liebe zu seinen Kindern. Er schreibt offen über die Umstände, die zu zwei Haftstrafen führten. Er berichtet ungeschminkt, derb und "von der Leber weg" über seine geschäftlichen "Ups and Downs" und über ganz persönliche Tiefschläge.
Und es wäre nicht seine Autobiografie, wenn die vielen kleinen Anekdoten und Erzählungen den Hauch jenes hanseatischen Drangs zur Verklärung vermissen ließen. Horst Fascher "schnackt" (norddt. für sprechen; reden; plaudern) halt gerne mal, aber am Ende zählen Taten und ... die Leidenschaft. So spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob Beatlesfankreise die Titel des Star-Club-Geschäftsführers oder Weltklasseboxers anzweifeln oder nicht.
Fascher hat "backstage" sozusagen - und das macht ihm keiner streitig - der hamburger Musikszene der frühen sechziger Jahre ein Gesicht gegeben. Sein ehemaliger Chef Manfred Weißleder sei das Hirn des Star-Clubs gewesen, er, so stellt Fascher fest, die Seele. Der junge gelernte Schiffszimmermann stolperte über seine aufkeimende Liebe zum Rock'n'Roll mehr oder weniger unverrichtet ins Musikbusiness, fand aber sehr schnell den Draht zu den seinerzeit talentiertesten und später auch bekanntesten Showacts. Er holte die Beatles in den Star-Club und verschaffte ihnen den letzten Kick auf dem Weg zum "Stardom".
© International Beatles Convention
Jovial und launig, wie ein Bursche vom Kiez nur sein, beschrieb Fascher bereits 1976 in der Zeitschrift "POP" im Rahmen einer achtteiligen Enthüllungsstory "die wilden Beatles-Nächte 60-63". So konnten sich die Fans unseres Wissens seinerzeit erstmalig und umfassend über die Hamburg-Ära der Liverpooler Band informieren. Demgegenüber hat das Buch wenig Neues zu berichten: Wir erfahren von Lennons scheinbar geäusserten bisexuellen Neigungen. Und Fascher soll bis heute Kontakt zu Paul McCartney halten, der sich auch in einer sehr schweren Lebenslage für Horst als Freund erwies. Zwischen Ringo und ihm soll Funkstille herrschen. Und mit Tony Sheridan hat er noch eine "Rechnung" offen. Doch der Anschein trügt, "Let The Good Times Roll" ist kein Beatlesbuch und demzufolge kein Muss für Fab-Four-Fans.
Aber ... was das Buch für Rock'n'Roll-Interessierte und Hamburgfans lesenswert erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass Fascher in seinem mittlerweile 70 Jahre dauernden Leben mehr erlebt hat, als nur "Wasserträger" der berühmtesten Band gewesen zu sein. Zeitzeugen zufolge ist es Fascher "besonders gut gelungen, die Atmosphäre Hamburgs einzufangen". Wegen der vielen amüsanten, bisweilen verklärten und mit direkter Rede garnierten Kurzgeschichten ist "Let The Good Times Roll" leichte Lektüre. So richtiggehend authentisch klingt Fascher jedoch nur im O-Ton (siehe auch unten unter Links). Da wundert es uns nicht, wenn Co-Autor Oliver Flesch im Nachwort empfiehlt: "Sollte Horst Fascher in Ihrem Städtchen eine Lesung halten, gehen Sie hin. Es lohnt sich. Der Mann ist einmalig. Versprochen."
Übrigens
Wir verlosten letzte Woche ein Exemplar von Horst Faschers Lebensgeschichte an einen unserer Newsletterleser, an Andreas aus Köln. Glückwunsch. Übrigens, unseren Newsletter zu abonnieren lohnt sich nicht nur wegen der attraktiven Gewinnmöglichkeiten. Aus erster Hand berichten wir über Veröffentlichungsnews rund um die Beatles und verweisen auf entsprechende Links. Der Newsletterdienst steht kostenlos zur Verfügung und kann jederzeit gekündigt werden. Infos und Kontakt siehe [hier ...]
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Offizielle Presseinformationen
Die Rock "n" Roll-Biografie des Star-Club-Gründers und Beatles-Wegbereiters

Horst Fascher
© Eichborn-Verlag 2006
Frankfurt am Main (ots/25.01.2006) - Mit der Eröffnung des Star-Club am 13. April 1962 auf der Hamburger Reeperbahn begann eine der wichtigsten Epochen der Popgeschichte. Hier traten die Beatles, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Bill Haley, Little Richard, Ray Charles, Cream, Small Faces und viele mehr auf.
Die Superstars der damaligen Rock-Szene gaben sich auf St. Pauli die Klinke in die Hand. Der Mann, der dies möglich machte, war Horst Fascher. Wie kaum ein anderer in Deutschland ist der 1936 unweit des Hafens geborene Hamburger den einstigen Superstars nahe gekommen, wie kaum ein anderer hat er die Kultur- und Popgeschichte in einem einzigen Leben vereint: Flüchtlingskind, Halbstarker, Weltklasse-Boxer, Beatles-Wegbereiter, Star-Club-Erfinder, Sträfling, Vietnam-Freiwilliger, Musikpromoter, Selfmademan, Fußball-Manager und Chronist einer Ära, die so noch nicht erzählt wurde. Schonungslos offen und ohne Allüren berichtet Fascher in seiner Biografie Let the Good Times Roll vom exzessiven Leben hinter den Kulissen. Seine bizarren und zugleich anrührenden Erinnerungen führen den Leser zurück in jene wilden, goldenen Zeiten des Rock "n" Roll.
Zuerst schien sich die Karriere Faschers in eine andere Richtung zu entwickeln. Früh wurde sein Boxtalent entdeckt, zeitweise galt er als größte Nachwuchshoffnung seit Max Schmeling. Kurz vor seinem entscheidenden Kampf um die Olympiateilnahme machte eine Schlägerei, bei der ein Seemann tödlich verletzt wurde, Faschers Traum von einer richtig großen Boxkarriere zunichte. Nachdem er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, galt fortan seine ganze Leidenschaft dem Rock "n" Roll.
In den Kapiteln über die Beatles beschwört er eine längst vergangene Epoche herauf: Von den Vertragsverhandlungen mit dem legendären Manager Brian Epstein in England, über die provisorischen Unterkünfte in St. Pauli, den wilden Eskapaden in einer Stadt, die keine Tabus kannte, den mitreißenden, vielstündigen Konzerten, in denen die Liverpooler Band ihren unverwechselbaren Sound entwickelte, bis zu den ersten Charterfolgen, die in die Zeit des letzten Star-Club-Engagements der Pilzköpfe fielen. Auch die anderen Episoden erzählen von einer Zeit, in der die Weltstars noch nicht vollkommen abgeschottet in ihren Hotels wohnten. Fascher sorgte dafür, dass die Bands pünktlich zu ihren Auftritten kamen und erfüllte ihnen abseits der Bühne auch ausgefallenste Wünsche. Seit dieser Zeit verbinden ihn Freundschaften mit Musikern wie Paul McCartney, Ringo Starr oder Little Richard.
Nach dem Ende des Star-Clubs und einer weiteren Haftstrafe ging er nach Vietnam und organisierte dort Konzerte zur Unterhaltung der US-Truppen. Die siebziger Jahre sahen Fascher wieder daheim in Hamburg, wo er als Manager von Sängern wie den Les Humphries Singers und verschiedenen Sportstars sowie als Organisator von Musikveranstaltungen geschäftliche Höhen und Tiefen erlebte. Überschattet werden die jüngsten Erinnerungen von zwei tragischen Schicksalsschlägen. Nachdem sein zweiter Sohn bei einem Unfall zu Tode kommt, stirbt kurze Zeit später seine kleine Tochter an einer unheilbaren Herzkrankheit.
Quelle: Eichborn-Verlag
Bibliografische Angaben
Horst Fascher
: Let the Good Times Roll.
Der Star-Club-Gründer erzählt
Aufgezeichnet von Oliver Flesch
Eichborn 2006
276 S., zahlreiche Fotos, geb.
ISBN 3-8218-5631-9
19,90 (D) / CHF 34,90 / 20,50 (A)
Erscheint am 23. Januar 2006
Über den Autor
Horst Fascher, 1936 in Hamburg geboren, ist ein Rock "n" Roll-Fan der ersten Stunde und hat nicht nur die Beatles für Deutschland entdeckt. Mit der Eröffnung des Star-Club hat der ehemalige deutsche Meister im Fliegengewicht ein wichtiges Kapitel der Rockgeschichte entscheidend mitgeschrieben. Horst Fascher lebt in Hamburg.
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Weitere Informationen
Links
Aktueller Bericht mit Audiointerview:
- Zeit Online: "Der ewige Wegbereiter"
Hier stehen weitere wichtige Links zum Thema:
- Eichborn-Verlagsseite zum Fascher-Buch
- Beatlemania: Zum Nachlesen geeignet, die Rezension unserer Onlinekollegin Evelyn Schwartz.
- ARD-Kulturreport - Schlimmer als die Stones!
- Welt: Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei!
- Center of Beat: Star Club
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