In Kürze
In Deutschland gehört britischer Humor seit eh und je zu den beliebtesten Importschlagern von der Insel. Das ist nicht erst seit "Bridget Jones" oder "Ganz oder Garnicht" der Fall. Die Tradition der Britcoms reicht Jahrzehnte zurück. Drei dieser Filmschätze erscheinen am 10. August 2004 erstmals auf DVD - zwei mit beatlischer Beteiligung.

Reif für die Insel:
Drei britische Komödien mit Beat-Appeal erstmals auf DVD

Caveman Ringo und Private John als Helden in britischer Filmtrilogie

Die Beatles waren für gute Gags immer zu haben - so auch in dem Film "A Hard Day's Night", bei dem vor allem Ringo Starr seine schauspielerischen Qualitäten entdeckte. Und jener Ringo brillierte Jahre später in dem Filmspaß "Caveman" als ein Mann, "der aus der Höhle kam". Nicht in die Höhle, aber in die Wüste wurde Bandkollege John Lennon geschickt; er drehte mit seinem Lieblings-Regisseur Richard Lester die irre Antikriegsklamotte "Wie ich den Krieg gewann". Und auch Lesters Komödie "Der gewisse Kniff" mit Ray Brooks atmet den anarchischen Witz der Beat-Ära. Alle drei britischen Comedies bringt MGM Home Entertainment am 10. August erstmals auf DVD heraus.

Caveman - Der aus der Höhle kam

Cover der neuen DVD (C) MGM 2004
Trommler-Fell und Keule statt
Drumsticks? © MGM

Schon bei den Beatles war Drummer Ringo Starr nicht als Mann der großen Worte berühmt - um so mehr als komisches Talent. Beide Eigenschaften dürften ihm in "Caveman - Der aus der Höhle kam" zugute gekommen sein. Denn in dem ausgelassenen Filmspaß, den er 1981 unter der Regie von Carl Gottlieb drehte, musste Ringo kein verständliches Wort reden. Als urzeitlicher Höhlenmensch Atouk gerät er wegen Höhlenluder Lana (Barbara Bach) dem Höhlenboss Tonda (John Matuszak) in die Quere. Aus der Sippe ausgestoßen, macht Atouk mit dem tumben Lar (Dennis Quaid) seinen eigenen Clan auf. Im Kampf gegen glubschäugige Dinosaurier gelingen ihnen so nützliche Erfindungen wie der aufrechten Gang, das Trommeln und das Spiegelei. "Caveman - Der aus der Höhle kam" ist eine köstliche Parodie auf die Urzeit-Filme, wie sie Anfang der 80er in Mode waren. Ein kleiner Trost am Rande: Im wahren Leben hat Ringo Starr Barbara Bach dann doch noch abgekriegt.

Wie ich den Krieg gewann

Cover der neuen DVD (C) MGM 2004
Machte seine Mutter posthum
stolz. © MGM

Herbst 1963, die "Beatlemania" strebte gerade ihrem ersten Höhepunkt entgegen, da entschied sich Brian Epstein, den ersten Beatles-Film (A Hard Day's Night) mit einem weitgehend unbekannten Regisseur zu verwirklichen. Der 31-jährige Richard Lester hatte bis dahin meist Werbefilme und Fernsehshows produziert - aber auch eine vielgelobte, kurze TV-Komödie mit Komik-Genie Peter Sellers. Letzteres gab den Ausschlag, und Lester erwies sich als echter Glücksgriff. Kaum jemandem gelang es besser als ihm, im Film das einzufangen, wofür die Beatles standen: den respektlosen Witz und das beschwingte Lebensgefühl der 60er Jahre. Nach den Erfolgen mit den Beatles-Filmen war es nicht weiter erstaunlich, dass John Lennon 1966 eine Hauptrolle in Richard Lesters irrwitziger Militärklamotte "Wie ich den Krieg gewann" übernahm. Die Handlung ist so blödsinnig wie es auch Kriege selbst zu sein pflegen: Die Chaos-Truppe des unfähigen Leutnants Goodbody (Michael Crawford) soll während des 2. Weltkriegs in Nordafrika ein Cricket-Feld für die echten Helden anlegen - und zwar hinter den feindlichen Linien! Doch "Mr. Selbstvertrauen", wie sich Soldat Gripweed (Lennon) nennt, verspricht schon alles zu richten. Und am Ende entscheiden diese tumben Haudegen tatsächlich den Kriegsausgang. Genau genommen ist "Wie ich den Krieg gewann" kein Anti-Kriegsfilm, sondern eine Anti-Anti-Kriegsfilm-Komödie. Denn genau so respektlos wie Lester und Lennon über den Krieg und das Militär herziehen, machen sie sich über das gesamte Genre der Kriegs- und Antikriegesfilme lustig - mit Parodien und Anleihen von der "Brücke am Kwai" bis "Lawrence von Arabien". Und dank Dialogen wie "Soldat, warum sind wir hier? - Um unsere Mütter stolz zu machen!" zählt Lesters Satire seit fast 40 Jahren zu den Kultklassikern der Komik.

Der gewisse Kniff

Cover der neuen DVD (C) MGM 2004
Only British? © MGM

London war der Inbegriff der Swinging Sixties. Unter Cineasten und Comedy-Fans gilt es als ausgemacht, dass kein Film die Atmosphäre der Stadt in dieser Zeit besser wiedergibt als Richard Lesters 1965 gedrehte Komödie "Der gewisse Kniff". Schon damals war Michael Crawford in einer Hauptrolle zu sehen: Als leicht verklemmter Lehrer Colin will er bei seinem Nachbarn, dem gerissenen Playboy Tolen (Ray Brooks) Nachhilfe in puncto Anmache nehmen. Da muss zunächst einmal das richtige Equipment her. Und während Colin ein überdimensioniertes Bett vom Schrottplatz nach Hause bugsiert, läuft ihm die ebenso nette wie naive Landpomeranze Nancy (Rita Tushingham) über den Weg. Ein willkommenes Übungsobjekt der Begierde! Aber auch Tolen kann seine Finger natürlich wieder nicht bei sich behalten. Die abgedrehte Liebeskomödie, in der ein Gag den nächsten jagt, wurde 1965 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Technische Daten

Caveman - Der aus der Höhle kam

Hersteller: MGM Home Entertainment
Genre: Komödie
FSK: 6
VÖ: 10.08.2004
Laufzeit: ca. 88 Min.
Screenformate: 16x9; 1.85:1
Soundformat: Mono
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französich, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Griechisch, Rumänisch
Für Hörgeschädigte: Englisch

Wie ich den Krieg gewann

Hersteller: MGM Home Entertainment
Genre: Komödie
FSK: 16
VÖ: 10.08.2004
Laufzeit: ca. 106 Min.
Screenformate: 4x3; 1.66:1
Soundformat: Mono
Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Dänisch, Griechisch, Rumänisch, Tschechisch
Für Hörgeschädigte: Englisch

Der gewisse Kniff

Hersteller: MGM Home Entertainment
Genre: Komödie
FSK: k.A.
VÖ: 10.08.2004
Laufzeit: ca. 81 Min.
Screenformate: 4x3; 1.66:1
Soundformat: Mono
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Französisch, Niederländisch, Griechisch
Für Hörgeschädigte: Englisch