Neue Beatles-Buch-Offensive im Herbst

Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag verlegt vier Werke

Frankfurt/Main (gbip/10.11.2005) - Am 9. Oktober 2005 wäre John Lennon 65 Jahre alt geworden, doch ein Attentat beendete vor 25 Jahren frühzeitig sein Leben. Zu Ehren von John Lennon und seinen ehemaligen Mitstreitern aus Liverpool erscheint ein großer Beatles-Schwerpunkt beim berliner Verlagshaus Schwarzkopf & Schwarzkopf (die Links verzweigen zu den ausführlichen offiziellen Verlagsinformationen):

Mittlerweile ist hinsichtlich Beatles- und auch Lennon-Veröffentlichungen eine Art Elvis-sierung eingetreten. Die Lichtgestalt aus Memphis zeigt, wo's hingeht: Fast jedes Buch und jedes Merchandizing-Ding ist irgendwie schon mal dagewesen. Nicht so die just erschienenen drei Bildbände von Schwarzkopf & Schwarzkopf: Qualität wird sich durchsetzen. "Erinnerungen an John Lennon" ist zwar ein wichtiges Buch, weil es sehr authentisch des Meisters fazettenreiches Gefühlsleben unterstreicht. Hinsichtlich des "Nachrichtenwertes" erweist es sich jedoch als äußerst redundant. Sofern man schon die berühmten 25 Lennon-Bücher besitzt, folgt die Frage auf dem Fuße: "Brauche ich's oder nicht?!"

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Rezensionen

Cover zum Buch 'Erinnerungen an John Lennon' (c) Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005
Erinnerungen an John Lennon
© Schwarzkopf&SchwarzkopfMit Doppelklick Ansicht vergrößern

Yoko Ono (Hrsg.): Erinnerungen an John Lennon

"Welche Person kommt in den Portaits zum Vorschein, wenn sich auf der einen Seite seine geschiedene Frau und sein ältester Sohn erinnern und auf der anderen Seite 73 prominente Freunde, Bekannte und Fans. Ist (sic!) Lennon gar ein Arsch oder ein Heiliger?", fragt sich German BEAT!-Herausgeber Sven. Wir können die Frage mehr oder weniger mit den Worten seiner Witwe Yoko Ono beantworten, die meint, Erinnerungen seien das Einzige seien, was Menschen wirklich miteinander teilen können. Letztendlich beruhe unser eigenes Ich auch auf dieser Basis. Bezogen auf John hieße das: "Jeder (sollte John so erinnern) wie er selbst erinnert werden möchte. Ich kann niemandem vorschreiben, wie er sich an John zu erinnern hat. Ich denke, er war außerordentlich - ein Genie und ... er war sehr glücklich", so Yoko Ono kürzlich in einem Interview.

Frankfurt/Main (gbip/10.11.2005) - "Erinnerungen an John Lennon" ist dem Vorwort Yoko Onos nach zu urteilen, eine Sammlung von Geschichten, zum Gedenken an John aus Anlaß seines 25. Todestages - also eher eine verspätete Kondolenzliste und dennoch ist es auf jeden Fall unterhaltsam, bewegend und bisweilen auch witzig. Das Werk streift Lennons Lebens- und Schaffensperioden, wie die Kinderjahre (Mike Cadwalder, Johns Cousin), die frühen Beatles-Jahre (von Astrid Kirchherr, Klaus Voormann), die Beatlemania-Zeit (Albert Maysles), seine anfänglichen Solo-Jahre und sein politisches Engagement (Tariq Ali, John Sinclair) wie auch seine letzten Jahre und Tage (Bob Gruen, Elliot Mintz oder Annie Leibowitz). Es kommen Kollegen (Mick Jagger, Pete Townsend) zu Wort, Vorbilder (Ray Charles, Chuck Berry) und Epigonen (Bono, Alicia Keys). Ray Charles' Beitrag ist ein wenig putzig, als dass er Lieder wie "Yesterday", "Eleanor Rigby" und "The Long And Winding Road" zitiert - dabei sind dies alles "McCartney-Kompositionen".

Kein Heiliger (c) German BEAT Grafik 2005
Kein Heiliger - aber am Schein
wird gearbeitet ...
© German BEAT Grafik

Das Buch enthält - wissenschaftlich gesehen - keine neuen Hard-facts - gut, dem Rezensenten war nicht geläufig, dass Lennon - wenn auch nur für zwanzig Minuten - sich im Kino den Pornostreifen "Deep Throat" angesehen hat. Die sogenannten Soft-skills Lennons, die der Ex-Beatle Freunden und Bekannten gegenüber offenkundig zum Ausdruck brachte, stehen im Vordergrund aller Erinnerungen. Und die tragen sicher dazu bei, dass die Fans dort, wo zuvor nur ein Schwarz oder Weiß zu sehen war, auch Grautöne wahrgenommen werden können. Übrigens - ist dieses "Phänomen" auch bei dem Buch "John" von Exfrau Cynthia zu beobachten.

"Erinnerungen an John Lennon" ist ein Werk, wie geschaffen für junge Fans und für erfahrene Schwarz-Weiß-Betrachter. Und, wer unbedingt noch ein Lennon-Buch braucht, nun - der oder die begeht sicher keinen Fehler. Die Anekdotensammlung ersetzt aber keine Biografie. Sie ist vielmehr offenkundig eine Herzensangelegenheit von Yoko Ono: "Ich werde immer wieder gefragt, wann ich über meine gemeinsame Zeit mit John schreiben werde. Ich gebe immer dieselbe Antwort: Ich bin noch nicht bereit. Werde ich das jemals sein? Es fühlt sich nicht so an. Ich glaube nicht, dass ich diesen Teil meines Herzens öffnen kann, solange es noch zittert ... Dieses Buch war ein Segen für mich. Jeder einzelne Beitrag ging mir sehr nah. Die Liebe der Autoren zu John war so greifbar und ehrlich, dass ich mich sofort entspannte."

"Erinnerungen an John Lennon" ist ein wichtiges Buch, weil es sehr authentisch des Meisters fazettenreiches Gefühlsleben unterstreicht - mehr noch als andere Werke zusammen. Hinsichtlich des "Nachrichtenwertes" erweist es sich jedoch als äußerst redundant und eignet sich von daher nicht unbedingt für jede Sammlung.

Bibliografische Angaben und Links

Erinnerungen an John Lennon - Mit einer Einführung und herausgegeben von Yoko Ono
Mit Beiträgen von Joan Baez, James Brown, Ray Charles, John Fogerty, Peter Gabriel, David Geffen, Bob Gruen, Dennis Hopper, Mick Jagger, Elton John, Alicia Keys, Astrid Kirchherr, Nils Lofgren, Norman Mailer, Iggy Pop, Carlos Santana, Carly Simon, Pete Townshend, Klaus Voormann und vielen anderen.
276 Seiten, etwa 20 s/w-Abbildungen
Klappenbroschur, ISBN 3-89602-679-8, 19,90 Euro (D) Erscheinungstermin: 1. Oktober 2005
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin

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Cover zum Bob-Gruen-Fotoband (c) Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005
Cover zum Bob-Gruen-Fotoband
© Schwarzkopf&SchwarzkopfMit Doppelklick Ansicht vergrößern

Bob Gruen: John Lennon - Die Jahre in New York

"Bob Gruens neuester Lennon-Streich ist ein wertiges Buch. Die Fotos sind seidenmatt und aufwendig gedruckt. Von daher entspricht die Aufmachung voll dem Standard in dieser Preiskategorie und reiht sich in das Niveau der zwei vorangegangenen Schwarzkopf & Schwarzkopf-Veröffentlichungen ein. Der Foto- und Textband ist jedoch kein Ersatz für eine Biografie über John Lennon. Man sollte schon profundes Wissen um die Lebensituation Lennons in den Siebziger Jahren mitbringen, um bestimmte Inhalte aus Gruens Werk besser einordnen zu können. Was kein Nachteil zu sein scheint, da das Werk sich doch eher an Lennon-Fans richtet.", so German BEAT!-Herausgeber Sven.

Frankfurt/Main (gbip/08.10.2005) - 1971 waren die Beatles gerade mal ein Jahr offiziell auseinander - das "Yeah! Yeah! Yeah! klang noch allzu vertraut in den Ohren der Fans. In jenen Tagen zog es den seinerzeit einflussreichsten Musiker der Welt in die Metropole am Hudson-River, nach New York - just in die Nachbarschaft des Rock- und Pop-Fotojournalisten Bob Gruen. Neun Jahre lebte John Lennon in New York - neun Jahre, in denen ihn sein persönlicher Fotograf und Freund begleitete.

Es gibt kaum ein bekanntes Lennon-Foto, dass nicht von Gruen geknipst wurde:

Lennon war stolz ein New Yorker zu sein. (c) Bob Gruen 2005
Lennon war stolz ein New Yorker
zu sein Mit Doppelklick Ansicht vergrößern© Bob Gruen 2005

  • John & Yoko mit Elephant's Memory bei Plattenaufnahmen zu "Some Time in New York City"
  • Mick Jagger jammt mit den Lennons am Klavier
  • Bilder vom One-to-One-Konzert
  • Bilderserie zu Walls & Bridges (siehe links)
  • John und die Freiheitsstatue
  • Lennon als Zeuge vor Gericht im Morris-Levy-Prozess
  • John und Sean
  • Die Lennons vor der riesigen Gitarre im Flur des Record Plant Studios.

Gruen war stets dabei, wenn der Ex-Beatle Bilder für ein Album, eine Promo oder einen Artikel brauchte. Lennon konnte die lästigen Prozeduren "mit Make-Up und Styling und diversen herumwuselnden Assistenten" nicht ertragen. Gruen hingegen wusste genau worauf es bei John ankam und machte sich ganz unprätentiös an seine Arbeit ohne großes Tam-Tam. Lennon schätzte das sehr. Und so entstanden im Laufe der Zeit eindrucksvolle Bilderserien rund um die berühmten Fotos. Wenn die Linse geschlossen blieb, dann bei privaten Momenten - deshalb werden auch nur ganz wenige Bilder aus der Hausmannszeit zwischen 1975 und 1980 gezeigt. Eine weitere Situation aus dem Dezember 1974 bleibt bislang ebenfalls - leider - undokumentiert. Linda und Paul McCartney besuchen Yoko und John im Dakota-Haus. Gruen war an jenem Abend bei den Lennons zu Besuch und wurde Zeuge dieser denkwürdigen Begegnung - "Ich war als Gast und Freund da, nicht als beauftragter Fotograf."

Ein Tänzchen in Ehren (c) Bob Gruen 2005
Ein Tänzchen in EhrenMit Doppelklick Ansicht vergrößern © Bob Gruen 2005

Gruen veröffentlichte bereits zuvor einige Lennon-Bände und auch dieses Mal gelingt ihm die "Ausgrabung" weiterer unveröffentlichter Bildschätze. Interessant weiß er sie durch Essays, Erinnerungen und Alltagsgeschichten zu ergänzen. So entstand ein authentisches - nicht spürbar gefärbtes und intimes Porträt von John Lennons letztem Lebensjahrzehnt. Gruens Credo lautet am Ende des Buches wie folgt: Der Ex-Beatle "bemühte sich immer darum, besser zu handeln und besser zu werden und regte die Menschen auf diese Weise an, sich eine bessere Welt vorzustellen".

"John Lennon. Die Jahre in New York" gibt sehr atmosphärische Einblicke in Lennons Musikerkarriere, aber erzählt auch von wenigen privaten Momenten fernab von Mikrophon und Mischpult. Den Leserinnen und Lesern bleiben daher die Alkoholexzesse des gesamten Teams und auch das mitunter gespannte Verhältnis zwischen John und Yoko nicht verborgen. Aber Gruen ist alles Aufdringliche zunächst fremd - er beobachtet vielmehr, als dass er Situationen bewertet.

Lennon im Studio (c) Bob Gruen 2005
John im StudioMit Doppelklick Ansicht vergrößern
© Bob Gruen 2005

Der Foto- und Textband ist jedoch kein Ersatz für eine Biografie über John Lennon. Man sollte schon profundes Wissen um die Lebensituation Lennons in den Siebziger Jahren mitbringen, um bestimmte Inhalte aus Gruens Werk besser einordnen zu können. Was kein nachteil zu sein scheint, da dass Werk sich doch eher an Fans richtet. Denen dürfte es am Ende dann auch wenig stören, wenn die Bewertung des One-to-One-Konzertes 1972 in New York durch Gruens Beschreibung nicht eindeutig ausfällt. Einerseits spricht er von einem "großen Erfolg" - zwei Absätze weiter spricht er von einem "absoluten Desaster".

"John Lennon. Die Jahre in New York" ist ein wertiges Buch. Die Fotos sind seidenmatt und aufwendig gedruckt. Von daher entspricht die Aufmachung voll dem Standard in dieser Preiskategorie. Es ist von der Druckqualität dem Fotoband "Each One Believing" von Bill Bernstein nicht ganz unähnlich und entspricht damit dem Niveau der zwei vorangegangenen Schwarzkopf & Schwarzkopf-Veröffentlichungen "Die Beatles in Indien" sowie "Postcards From The Boys".

Bob Gruens Buch wird im amerikanisches Original herausgegeben von Becker & Mayer, dessen Rohentwurf German BEAT! letztes Jahr im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse bereits bewundern durfte. Veröffentlicht wird das Werk in den Vereinigten Staaten von Stewart, Tabori & Chang. Es zeigt überwiegend unveröffentlichte Fotostrecken berühmter Sessions. Die Marketingdirektorin von Becker & Mayer Anna Johnson versicherte uns, man werde das Buch mit der gleichen Liebe und Sorgfalt herausbringen wie seinerseits den Band "John Lennon Legend". Und ... sie hat - das gilt auch für die deutsche Ausgabe - nicht zuviel versprochen.

Bibliografische Angaben und Links

JOHN LENNON. DIE JAHRE IN NEW YORK - TEXT & FOTOS VON BOB GRUEN
176 Seiten, ca. 200 s/w und farbige Abbildungen
Hardcover im Großformat 24 x 28 cm, fadengeheftet, schweres Bilderdruckpapier, durchgehend vierfarbig gedruckt.
39,90 EUR, 69,40 sFr, ISBN 3-89602-663-1
Erscheinungstermin: 1. Oktober 2005
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin

Apropo ... Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin veranstaltet vom 19. November 2005 bis 21. Januar 2006 in den Räumen der Berliner Stadtbibliothek im Viertel Mitte eine Fotoausstellung über "John Lennon: Die Jahre in New York". Die Vernisage findet in Anwesenheit des Fotografen am 18. November statt. [Weitere Informationen hier ...]

Auf der Webseite des Rock'n'Roll-Fotografen Bob Gruen befinden sich weitere Informationen und Bilder. Mit "Sometime in New York City" erschien bereits bei der Edelbuchschmiede Genesis ein Vorläuferband.

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Buchtitel (C) Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005.
Love & Peace from the Storyteller
© Schwarzkopf & Schwarzkopf

Ringo Starr: Postcards From The Boys

"Das Buch ist eine ideale Geschenkidee für sich selbst oder für andere Beatles-Fans, die bereits meterweise Sekundärliteratur über die Fab Four im Regal stehen haben. Als Soundtrack zu "Postcards From The Boys" empfehlen wir das Ringo-Starr-Album "VH-1 Storytellers", auf der er sich bereits als amüsanter Geschichtenerzähler empfohlen hat", so German BEAT Rezensent Sven. "Wegen dieser Authentizität und der exzellenten Aufmachung der 'Consumerausgabe' versehen wir unseren Buchtipp ausdrücklich mit einem 'Must Have' - außerdem fließen die Erlöse einem wohltätigen Zweck zu."

Frankfurt/Main (gbip/01.09.2005) - "... Die beiden waren ziemlich viel unterwegs", stellt Ringo auf Seite 37 fest. Paul und Linda sandten Anno 69 aus ihren Ferien in Portugal eine Postkarte mit einem Kleinkindfoto vorne und einer gezeichneten Kerze hinten drauf. Der Drummer muß eine Schwäche für schaurig, schöne Motive haben - anders kann dieses seltsame Kabinett über die Jahrzehnte - allen Modetrends und jeglicher Ästhetik zum Trotz - nicht zustande gekommen sein. 51 dieser Kleinode sind jetzt in dem Bildband zu "bewundern". Sie sind jeweils mit ihrer Vorder- und Rückseite abgedruckt, dazu erzählt Ringo kleine Anekdoten.

Buchtitel (C) Chronicle/Cassell 2004.
Seite 18: Love, Peace ...
and Kitsch? © Cassell Illustrated

Überhaupt haben diese Geschichten etwas Normales wie Subtiles ansich. Starr konzentriert sich auf Momente und private Erinnerungen. Er war und ist "Everybody's Darling". Diese Erkenntnis ist nicht neu - wird aber eindrucksvoll mit den Exponaten unter Beweis gestellt. Ansonsten müssen wir klar herausstellen, das Buch bietet keine Enthüllungen - die große Beatles-Geschichte mit ihren spannenden Erzählungen und spektakulären Fakten, die stehen woanders geschrieben. "Durchkämmt man das Buch, so lassen sich viele kleine Kuriositäten und interessante Fakten erspähen", so schrieb die italienische Zeitung "La Repubblica". Ringo lässt sich über den Maharishi aus, bezieht Stellung zu seinen früheren Drogenproblemen oder berichtet über seine Darmoperation in Monte Carlo vor etlichen Jahren.

Die Beatles haben Ringo - nicht nur aus der Ferne - mit geschriebenen Grüßen bedacht. Manchmal muß dies auch aus der Laune heraus geschehen sein. So kommt eine interessante postalische Trilogie vom 27., 28. und 31. Januar 1969 zusammen, die Bezug auf den Zoff nimmt, der in jenen Tagen um das Roof-Top-Konzert herum seinen Höhepunkt innerhalb der Band erreichte. Die Post wurde um die Ecke von den Abbey Road Studios in St. John's Wood eingesteckt. Eine Karte kam trotzdem an, obwohl sie an "Anyone? Apple? Brookfields? Cut Mill Lane? Elstead? Sorry?" adressiert war. Nun ja, heute kommt die Post nicht mehr ohne 5 PLZ aus.

Buchtitel (C) Chronicle/Cassell 2004.
Seite 19: "Und natürlich wußten alle, wie sehr ich
Postkarten liebe." © Cassell Illustrated

"Postcards From The Boys" enthält ein Vorwort des Genesis-Herausgebers Robby Elson. Sämtliche andere Texte - mit Ausnahme der Postkartengrüße, die stammen von John, Paul und George - wurden von Ringo verfasst. Sein lockerer unverbindlicher Schreibstil bereitet ein schnelles aber dennoch amüsantes Lesevergnügen. Der Band macht Lust auf weitere Geschichten. Ringo hat in seinem Leben Höhen und auch Tiefen erlebt - eine Biografie ist längst überfällig.

Wir hatten auf der Frankfurter Buchmesse - im Oktober 2004 - auch das Glück auf dem Stand von Gingko Press die Luxusausgabe von Genesis Publications handsigniert mit rotem Briefkasten und herausnehmbaren Postkarten in Augenschein zu nehmen. Dennoch, der normalsterbliche Fan erhält mit dem Druckwerk aus dem Hause Schwarzkopf & Schwarzkopf einen ansprechenden Band, der auch im Vergleich zur Originalausgabe noch stattlich aufgemacht ist. Alle Abdrucke sind von höchster Brillanz - keine billigen Kopien.

In der Qualität und grundsätzlichen Aufmachung unterscheidet sich die deutsche nicht von den englischen Ausgaben aus den Häusern Chronicle und Cassell. Wer diese Werke bereits mal in der Hand gehabt hat, weiß wovon wir hier sprechen. In die deutsche Sprache übersetzt wurden lediglich das Vorwort sowie Ringos Anekdoten. Die Postkartentexte selbst sind im englischen Original belassen.

Bibliografische Angaben und Links

Ringo Starr: Postcards from the Boys
Mit Postkarten von John Lennon, Paul McCartney und George Harrison
ca. 128 Seiten, ca. 100 farbige Abbildungen
Premium-Hardcover im Großformat 27 x 27 cm, fadengeheftet, Bilderdruckpapier, durchgehend vierfarbig gedruckt. Mit einem Titelbild mit 3D-Effekt.
VÖ: 1. September 2005
ISBN 3-89602-657-7 - Preis 29,90 Euro

Die Pressemitteilung zum Erscheinen der englischen Sprachausgabe im letzten Jahr Buches gibt es hier. Dem Newsweek gab Ringo seinerzeit ein Interview. Darin bringt der Ex-Beatle auch nochmals unmißverständlich zum Ausdruck, daß der Erlös dieses Buches den gemeinnützigen Zwecken seiner Stiftung "The Lotus Foundation" zugutekommt. Dieser Verein sammelt Gelder für soziale Projekte zugunsten benachteiligter Kinder und Frauen. Ein weiteres Interview mit Ritchie gibt es in der November-2004-Ausgabe des Saga-Magazins.

Weitere Rezension von Beatlemania siehe [hier ...]

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Buchtitel (C) Schwarzkopf & Schwarzkopf 2005.
Ob er just an Prudence
Farrow denkt ...? | Buchcover
© Schwarzkopf & Schwarzkopf

Paul Saltzman: Die Beatles in Indien

"Beatlemania ist sich sicher: 'Dieses Buch gehört zur Pflicht, nicht zur Kür.' Uns überzeugt der Bildband als solcher mehr als der Einleitungstext von Paul Saltzman. Das Werk ist großzügig gestaltet und qualitativ wertig verarbeitet. Seinen Anschaffungspreis von knapp 50 Euro ist es wert.", so German BEAT!-Herausgeber Sven.

Frankfurt/Main (gbip/31.08.2005) - Die Faszination für die Beatles ist ungebrochen - das gilt nicht nur für ihre Musik, sondern auch für ihren Lebenstil in den späten sechziger Jahren. Getrieben von den Zwängen des Business, ausgelaugt von unzähligen Stunden im Studio zogen sich die Fab Four 1968 für einige Wochen aus dem öffentlichen Leben in einen indischen Ashram zurück. Der kanadische Filmemacher Paul Saltzman, gerade selbst in einer Sinnkrise begriffen, traf zufällig auf John, Paul, George, Ringo und deren Entourage. Von ihm stammen rund 70 großformatige Fotos von der Gruppe - die faszinierenden Bilder werfen einen in der Form nie dagewesenen Blick hinter die Ashram-Mauern in Rishikesh.

Saltzman geht in seiner Beschreibung im Großen und Ganzen sehr uneitel vor. Ihn haben private Probleme in die Arme des Maharishi getrieben. Der Zufall wollte es, daß er die größen und Show und Film auf einmal um sich herum weiß. Ihm sind diese Begegnungen sehr angenehm, ohne jedoch den Sinn und Zweck seines Aufenthaltes ausser acht zu lassen, Ruhe und inneren Frieden zu finden. Der Prosateil alleine macht jedoch noch kein Beatles-Buch aus. Auch muss die Geschichte der Fab Four nach Erscheinen von Saltzmans Werk nicht neu geschrieben werden. Nun, warum das "Herr der Ringe"-Projekt am Ende scheiterte, wird auch nur mit wenigen Sätzen erläutert.

"Die Beatles in Indien" überzeugt demgegenüber - auf jeden Fall - als perönlicher Erlebnisbericht und als Bildband: Mit Brillanz und farblicher Wärme bringt es die Aura des Ashrams anschaulich 'rüber. Er zeigt die Fab Four erstmals wieder "von nahem", wie es seit Anfang 1964 nur noch Harry Benson mit seinen Bildern aus der Reihe "Die Beatles - Geburt eines Mythos" gelungen ist. Zudem besaß Saltzman ein geschultes Auge, was die Motive und die magischen Momente der Aufnahmen anging.

Bei weitem vorbildlich ist die Neuerscheinung aus dem Hause Schwarzkopf & Schwarzkopf im Hinblick auf die Qualität des Papiers, des Druckes und der Aufmachung: Schweres 200-gr-Kunstdruckpapier, die Größe der Fotos in nahezu DIN A3. Die 104 Seiten sind eingebettet in einem Schmuckschuber. Als Goodie oben drauf wurde dem Prachtband ein Riesenposter (entsprechend dem Covermotiv mit John Lennon), das größer als DIN A1 ist, beigelegt.

Bibliografische Angaben und Links

Paul Saltzman: Die Beatles in Indien
Fotografien von 1968 - 100 Seiten, ca. 70 Abbildungen
Großformat von fast DIN A3, 200 g schweres Kunstdruckpapier,
durchgehend in Farbe gedruckt, fadengeheftet und fest gebunden,
mit eingelegtem Plakat und in einem Schmuckschuber verpackt.
High-End-Produktion, gedruckt im FM-Raster.
ISBN 3-89602-658-5 - 49,90 Euro

Weitere Links zum Thema "Die Beatles in Indien":

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