Hulton Getty Archiv, Simon Wells: Die Beatles - Tag für Tag
[Buch, VÖ: Ende Oktober 2005]

Knesebeck-Verlag und German BEAT! verlosten ein Exemplar

Foto: Buchcover (C) Knesebeck 2005.
Buchcover © Knesebeck 2005

Frankfurt/Main (gbip/16.12.2005) - 365 mal Beatles, das reicht normalerweise für ein Jahr. Aber "wissbegierige" Fans werden es schneller "verschlingen". Wir versprechen nicht zuviel: Das Buch eignet sich für einen gemütlichen Samstagnachmittag. Im Hintergrund läuft die eine oder andere Fab-Four-Platte. Die Bilder inspirieren zu einer virtuellen Zeitreise in die Vergangenheit.

Kurz nach der Buchmesse in Frankfurt erschien dieser Fotoband. Der Knesebeck-Verkag und German BEAT! DAS Portal rund um Beatles und Beat verlosten am Freitag vormittag ein Buchexemplar unter den Newsletter-Abonnenten von www.germanbeat.info. Es traf dieses Mal einen unserer neuen Abonnenten. Unser Glückwusch geht nach Nortorf (Schleswig-Holstein).

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365 Fotos - 365 Geschichten und doch kein Kalender

Frankfurt/Main (gbip/15.11.2005) - Autor Simon Wells scheint einen wahren Schatz geborgen zu haben. Er stöberte kürzlich im sagenumwobenen Hulton-Getty-Archiv nach Beatles-Fotoaufnahmen und ... wurde fündig. In chronologischer Reihenfolge zeigen die Bilder die Fab Four während der ersten Jahre ihrer Erfolgsstory in ihrer Heimat Liverpool, auf Konzerttourneen, im Tonstudio und bei Dreharbeiten bis hin zu jenem legendären Konzert im Januar 1969, als die vier auf dem Dach des Apple-Gebäudes in der Saville Row spielten und den Londoner Verkehr zum Erliegen brachten.

Simon Wells' Erläuterungen versetzen uns unmittelbar in den Kontext der Aufnahmen. Seine Kommentare werden oft unterstrichen von Originalzitaten der Beatles. So werden die Sixties, die Zeit des Aufbruchs, der Skandale, der Revolution, wieder lebendig - Tag für Tag. Der Band ist seit Ende Oktober in gutdortierten Buchläden erhältlich. Vielleicht weil das Buch das Format eines Ziegelsteins hat, ist es für Beatlesfans erbaulich. Nach "Harry Benson: Die Beatles - Geburt eines Mythos" wartet der Knesebeck-Verlag mit einem weiteren Buchhighlight auf.

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Rezension

Beatles - Tag für Tag: Ausschnitt aus Bilderserie zum 24. Geburtstag von Ringo Starr am 7. Juli 1964 (c) Knesebeck-Verlag 2005
It's Ringo's Birthday
(Bildausschnitt) © Knesebeck

Volles Pfund Beatles

"Die Beatles gehören wahrscheinlich zu den am meisten fotografierten Personen der sechziger Jahre. Obwohl eigentlich ihre Musik im Vordergrund des Interesses stehen sollte, so wollten die Fans seinerzeit aber auch etwas über das Leben der Gruppe erfahren. 'Tag für Tag' ist ein Fotoband, der die wichtigen Ereignisse in zum Teil kleinen - noch nie gezeigten - Bildserien eindrucksvoll dokumentiert. Ein 'echtes Pfund' in puncto Gewicht (schweres Papier) und Bedeutung für Schnappschuss-Fans", so German BEAT!-Herausgeber Sven.

Frankfurt/Main (gbip/19.11.2005) - "Schaut man darauf zurück, wie die Beatles in den Sechziger Jahren fotografiert wurden", so schreibt das Magazin "Edit by Getty Images", " dann wird offensichtlich, wie ihr kulturelles Erbe über das Musikalische hinausgeht." Ihre visuelle Identität sei die Grundlage für die "moderne Pop-Ikonisierung". Es ist schwer zu sagen, ob bewußt oder unbewußt, die Fotografen leiteten diese neue Ära ein.

Vermarktbare Individualisten

Zu Beginn ihrer Karriere war es noch so, dass kein Zeitungsverleger an Fotos interessiert war, der nicht alle vier Beatles zeigte. Gleicher Haarschnitt, gleicher Anzug - wie gemacht für ein Quartett. Das änderte sich erst 1967 mit dem Zeitpunkt, wo die Beatles - auch öffentlich - mehr und mehr zu Individualisten wurden. Wells charakterisiert sie so: John der Freak, George der Spirituelle, Paul der Liebe und Ringo der Lustige. Für drei weitere Jahre sollte dieses Erfolgsrezept von vier Individualisten noch Gültigkeit besitzen.

Beatles - Tag für Tag: Gruppenbild von Individualisten (c) Knesebeck-Verlag 2005
Gruppenbild von Individualisten
© Knesebeck

Homestorys wurden zu einem Begriff

Geschichten aus den eigenen vier Wändern der Star interessierte bis Anfang der Sechziger Jahren kaum jemanden. Die Leser brannten darauf, die Promies bei irgendwelchen Galavorstellungen oder sonstigen offiziellen Anlässen in einem glanzvollen Outfit abgelichtet zu bekommen. Die Vier wachten sehr darüber, nur nichts von ihrer Privatssphäre preisgeben zu müssen. Doch auch hier tat der Abnabelungsprozess der einzelnen Mitgliedern von der Band sein übriges. So war es 1967 erstmal dem Magazin "The Beatles Book" erlaubt, entsprechende Heimfotos zu schiessen - was zum Teil wohl nicht unbeschadet geschah. Denn Lennon ziehen die Fans daraufhin des "bourgeoisen" Lebensstils. Heute sind diese Homestorys von ganz anderer Qualität: Wer weiß, würde John heute noch leben, wären wir vor einer Doku-Soap "The Lennons" vielleicht nicht sicher.

Kunst kommt von Gestalten

Popfotografie vor den Beatles hieß: fein herausgeputzte und immerzu lächelnde Künstler vor gestellter Kulisse. Leblos aber hochglanz - ganz nach dem Geschmack der PR-Berater. Innovative Fotografen wie Bob Whitaker kreierten eine neue Bilddarstellung, die sogenannte "Konzeptionelle Kunstaufnahme". Das führte erstmal dazu, den Fotos über die Darstellung der Protagonisten hinaus, eine Botschaft mitzugeben. So führten die Darstellungen, wie im Falle der Butcher-Cover-Shots, zu einer Entmystifizierung der Beatles - was ja durchaus der Meinung der Gruppe widerspiegelte und John zu seiner berühmten Jesus-Analogie veranlasste.

Paparazzi auf der Jagd nach dem Normalen

Die Erwartung der Leserinnen und Leser war es eher, an dem normalen Leben der Musiker teilzuhaben. So kam es, dass die Presse der Gruppe stets auf den Fersen blieb, aber bemüht war, die positiven Aspekte herauszustellen. Erst in den Siebziger Jahren legten sich die Paparazzi auf die Lauer, um die dunklen Seiten des Starruhms zu dokumentieren.

Beatles - Tag für Tag: I love Goerge (c) Knesebeck-Verlag 2005
Ok, wir lieben George, aber wo ist John?
© Knesebeck

Hinter der Bühne - Tourtagebücher

Zu einem gescheiten Tour- und Künstlermarketing gehören heutzutage eine exzellent produzierte Live-CD und -DVD aber auch ein umfassendes, intimes und informatives Tourbuch, wie zum Beispiel das Buch "Each One Believing" von Bill Bernstein über McCartneys "Back in the ..."-Veranstaltungen in 2002 und 2003. Bei einem solchen Tagebuch spielen die beteiligten Fotografen eine entscheidene Rolle. Je eher es ihnen gelingt, sich für die Protagonisten wie eine "Fliege an der Wand" unsichtbar zu machen, zu beobachten und im richtigen Moment den Auslöser zu drücken, entstehen gute Bilder. Die Beatles haben schon sehr früh zu gelassen, ihre Reisen in Bildform dokumentieren zu lassen. Kilometerweise belichtetes Fotomaterial entstand daraus - seinerzeit wählten die Verantwortlichen lediglich einige Motive für Reportagen aus. Für mehr stand Anfang der Sechziger Jahre keinem der Sinn nach. Das erklärt auch, warum heute ein Fotograf wie Harry Benson jahrzehnte lang Kisten davon auf dem Speicher stehen hatte und erst vor wenigen Jahren als Buch mit dem Titel "Die Beatles - Geburt eines Mythos" herausbrachte.

Fazit

Simons Wells und Getty haben ihre Archive geplündert - 270 bisher unveröffentlichte Bilder kommen zutage. Blättert man den Band durch, wundert die Leserin oder der Leser sich, warum die Motive nicht schon längst die Fanaugen erreicht haben. Doch wie schon in der Rezension zum Ausdruck kommen sollte, muss die Motivauswahl als auch die daraus resultierende Veröffentlichungspolitik im zeitlichen Kontext gesehen werden. Heutzutage im Handycam- und Flickr-Zeitalter übersteigt die Bildberichterstattung, die technischen, gestalterischen wie auch soziologischen Normen der Sechziger Jahre bei weitem. Insofern ist der Band "Die Beatles - Tag für Tag" nicht nur eine ganz brauchbare Beatles-Chronik, er ist vielmehr ein Kompendium einer sich entwickelnden Popfotografie.

Bibliografische Angaben

gettyimages
Simon Wells
Die Beatles – Tag für Tag
Gebunden, 744 Seiten
Mit 400 Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß
Preis 33,- € [D] / 34,- € [A] / sFr 58,-
ISBN 3-89660-312-4
Erscheinungstermin November 2005

Der Band soll über 270 unveröffentlichte Fotos enthalten.

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