Neues und Updates
Fotos zu "heal yoko ono" in Berlin
Geposted am 07.03.2006

Europa fluxt

Yoko Onos Kunstwerke touren durch die alte Welt

Frau Ono verliest Friedensbotschaft (C) Reuters, Getty Images 2006
Ono verliest Friedensgruß
© Reuters, Getty

Frankfurt/Main (gbip/07.03.2006) - Zur Eröffnung der XX. Olympischen Winterspiele in Turin verlas Yoko Ono eine Friedensbotschaft. Sie sagte: "Wenn eine Milliarde Menschen auf der Welt an Frieden denken, dann werden wir Frieden haben." Dieser Auftritt war nicht angekündigt, steht aber im Kontext mit einer derzeit in Sestriere stattfindenden "Snow Show". Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentiert Yoko zusammen mit dem japanischen Architekten Arata Isozaki die Eisinstallation "Penal Colony" (deutsch: Strafkolonie). Am 25. Februar war Frau Ono zu Gast in Reykjavík, um dort das Projekt zur Errichtung einer 10 bis 15 Meter hohen Friedenssäule vorzustellen. Und dann ... ja, dann war da noch Yokos Auftritt aus Anlass ihres Geburtstages am 18. Februar 2006 im pariser Théâtre du Châtelet.

Weitere Links zu aktuellen europäischen Aktionen, gibt es hier:

Neues Ausstellungsprojekt: "heal yoko ono" in Berlin vom 23.02. bis 26.03.2006 02.05.2006

Ausstellungslogo (C) Galerie Davide Di Maggio Berlin 2006
Ausstellungslogo
© Galerie Davide Di Maggio

Die Galerie Davide Di Maggio in Berlin eröffnete am 23. Februar ihre Yoko-Ono-Ausstellung "heal" zeitgleich mit der Berlin Biennale. Die japanische Fluxuskünstlerin war am vergangenen Donnerstag in der deutschen Hauptstadt, um im Rahmen einer Performance ihre Installationen zu präsentieren: Darunter sind zum Beispiel elf Soldatenhelme. In einem anderem Werk darf der Besucher die Worte "heal" (heilen) und "I love you" auf alte und neue Stadtpläne von Berlin stempeln, dadurch will die Künstlerin die Kriegswunden heilen helfen. Außerdem präsentiert Ono Glasflaschen, die mit Wasser gefüllt sind und ein Label mit dem Namen einer Persönlichkeit tragen. Die Ausstellung ist noch bis 26. März geöffnet wurde verlängert bis 2. Mai 2006.

Frau Ono ist seit Jahrzehnten mit dem Mailänder Kunstsammler Gino Di Maggio, dem Vater des Galeristen, befreundet. Di Maggio war einer der frühen Förderer der japanischen Künstlerin.

Die aktuelle Pressemitteilung der Galerie gibt es hier:

2005 - Das Jahr der Retrospektiven

Während Frau Ono sich in diesem Jahr scheinbar neuer Projekte annimmt, so stand das vergangene Jahr deutlich unter dem Motto einer Retrospektive. Mit "Horizontal Memories" hatte Yoko Ono im Frühjahr in einer rekordverdächtigen Ausstellung in Oslo (wieder einmal) eindrucksvoll ihre künstlerische Ambition unter Beweis gestellt. Diesem Engagement folgten weitere Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum:

Im August veröffentlichte der schwedische Bakhall Verlag das Kunstbrevier "Imagine Yoko". In diesem Buch setzt sich die Künstlerin mit ihrem Gesamtwerk auseinander. Mehr Informationen dazu gibt es [hier ...]

In den künstlerischen Belangen ihres verstorbenen Mannes war Yoko im Oktober bereits in Paris, dort eröffnete sie in der Cité de la Musique in Paris die Ausstellung "John Lennon: Unfinished Music", die vom 20. Oktober bis zum 25. Juni 2006 zu sehen wird. Informationen hierzu gibt es auf der Webseite des Museums Cité de la Musique.

Kulturschaffende statt nur Lennon-Witwe

Straßenwerbung vor dem Migrosmuseum (C) German BEAT 2005
Straßenwerbung vor dem Migrosmuseum
© German BEAT

Yoko Ono trat Ende der sechziger Jahre in das Leben des Beatle John und begleitete - oder wie Spötter meinen, bestimmte - fortan das Wirken und Leben von John Lennon. Gemeinsam ging das Paar neue musikalische Wege und machte Schlagzeilen mit einer Reihe von Kunst- und Friedensaktionen. Nach Lennons Tod avancierte die Japanerin Ono zu dessen arrivierten künstlerischen Nachlaßverwalterin mit herausragenden wie umstrittenen Veröffentlichungen, wie die DVD "Lennon Legend" oder die CD "Lennon Acoustic".

Doch bevor sie in den Inner Circle der Beatles Aufnahme fand, war sie bereits eine anerkannte und geschätzte Aktionskünstlerin und Fluxus-Verfechterin. Musikalische Meriten erwarb sie sich in Zusammenarbeit mit John Cage. Heute ist sie etablierter denn je - in der internationalen Galeristen- und Ausstellungsszene ist sie ein Garant für gutbesuchte Veranstaltungen und Aufmerksamkeit. "Ihre Kunst versuchte, den Betrachter direkt als aktiven Teilnehmer einzubeziehen. Die Grenze zwischen Kunst und Leben wurde aufgehoben", so schreiben Levin, Frohne und Weibel (Hg.) in ihrem Buch "CTRL [Space]. Rhetoric of Surveillance from Bentham to Big Brother".

Ungeteilte Aufmerksamkeit?

Die Werkschauen Yoko Onos finden auch - oder gerade - unter den Beatles-Fans eine stärkere Beachtung. Zur Zeit ist immer noch eine leichte "Beschränktheit" der Musikfans zu erkennen, die in ihr die Witwe oder sogar "die Frau, die die Beatles auseinander brachte" sehen. Doch diese Mythen treffen auf eine so arrivierte und schon vor den Beatles emanzipierte Künstlerin nicht zu.

Yoko Onos diesjährige Besuche in Frankfurt/Main (Deutschland), Zürich (Schweiz) und Passau (Deutschland) sorgten für ein großes Presseaufsehen. Dabei ist die umtriebige 72-jährige japanische Künstlerin nicht als Beatles-Witwe unterwegs. Sie ist eine der bedeutensten Kunstschaffenden unserer Zeit. Ihr Talent - das will freilich nicht jeder wahrhaben - liegt auf mehreren Gebieten. Seit Jahren schon zieht sie mit einer Ausstellung nach der anderen um die Welt.

Allgemeine Informationen zu Yoko Ono als Künstlerin

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