Painting To Hammer A Nail ...
Passau, Museum Moderner Kunst
6. August bis 23. Oktober 2005

Kunstansatz
© David Behl, Yoko Ono
Frankfurt/Main (gbip/23.10.2005) - Yoko Ono ist eine vielseitige Künstlerin, die in Wort, Schrift, Bild, Form und Musik immer wieder neue Ventile für ihr politisches Engagement entdeckt. Nie war nur ein Exponat zu sehen - nie war nur eine Note zu hören. Die gebürtige Japanerin vereint verschiedene Kunstsphären und als Betrachter oder Zuhörer fühlt man sich gänzlich darin wieder. Die einzige Konstante ihres Schaffens ist die Interaktion mit anderen. Das Museum Moderner Kunst in Passau widmete im Sommer dieses Jahres dieser ungewöhnlichen Frau eine in Deutschland noch nie dagewesene Retrospektive. Eine Außeninstallation in der religiös tief verwurzelten Rezidenzstadt lud Spaziergänger dazu ein, Nägel in drei körpergroße Holzkreuze zu schlagen.
Yoko Ono traf am Freitag in Passau ein und trug sich in das Goldene Buch der Dreiflüssestadt ein. Am Samstag besuchte die gebürtige Japanerin die Ausstellung. Am Abend gab sie vor 300 Zuschauern im Fürstbischöflichen Opernhaus eine Performance. Jon Hendricks, Kurator des Yoko Ono Archivs, begleitete sie auf ihrer aktuellen Europareise.
German BEAT war am Wochenende in Passau und berichtet von der Pressekonferenz und Performance-Veranstaltung mit der 72-Jährigen. Außerdem stellen wir das Buch "Imagine Yoko" aus dem schwedischen Bakhall Verlag vor. Signierte Exemplare dieses Werkes bietet das Museum zum Verkauf an.
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Ausstellungsbericht
She's An Angel

© German BEAT
Passau (gbip/22.10.2005) - Aus Anlass des Ausstellungsendes der Retrospektive "Yoko Ono" besuchte die japanische Künstlerin am 21. und 22. Oktober die Dreiflüssestadt Passau in Bayern. Das dort ansässige Museum Moderner Kunst zeigte ihre wichtigsten Arbeiten aus einer über 50 Jahre währenden Schaffensperiode. Am Samstag vormittag stellte sich Frau Ono in den Museumsräumen der internationalen Presse. Eleganz gekleidet, freundlich und engelsgleich sowie locker im Gespräch - so präsentierte sich die Witwe des verstorbenen Ex-Beatles John Lennon den etwa 30 anwesenden Medienvertretern. Kunst und Kreativität würden den Friedenprozess in der Welt fördern. Ihrem seidenen Totenkopfschal jedoch maß die Aktivistin keine tiefgreifende Symbolik bei. "Den finde ich einfach nett."
Ausstellungs-Kurator und Museumschef Hans-Peter Wipplinger ist die Retrospektive zu verdanken. Er reihte damit die bayerische Provinz in die Liga großer Kultur-Kapitole, wie New York, Paris oder Tokio ein. Yoko Ono habe zuerst gedacht, "Passau, wo liegt das denn?" Erst, nachdem sie Bilder der Stadt gesehen hat, sei ihr klar geworden, welche Magie von Passau ausgehe. Die von drei Flüssen umgebene Siedlungsinsel, das historische Ambiente und nicht zuletzt der religiöse Aspekt haben bei der Entscheidung zugunsten Passau den Ausschlag gegeben. "Mag sein", sagte Yoko mit einem leichten Augenzwinkern, "dass diese Magie hier noch schläft." Sie sei aber gekommen, um diese zu wecken.
Wir wollten von der Künstlerin wissen, ob es denn kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung ihrer weltweit ausgestellten Arbeiten gäbe. Insbesondere bei ihrer Installation "Wish Tree": Was wünschten sich die Menschen? Natürlich seien die Reaktionen unterschiedlich - aber nicht groß. Die Wünsche wären alle irgendwie ähnlich, meinte Frau Ono. "Wünsche zu äußern, ist das starke Bedürfnis eines jeden." In Alicante zum Beispiel bildeten sich 1997 lange Warteschlangen vor dem Olivenbaum, um die entsprechenden Wunschkarten ausfüllen zu dürfen. "Nun, das zeigt doch, dass wir Menschen eines Schlages sind."

© German BEAT
Wipplinger stellte fest, daß Yoko Onos Werk im Wesentlichen von kollektiven wie auch persönlichen Erinnerungen getrieben sei. Die Künstlerin ist überzeugt, dass Erinnerungen das einzige seien, was Menschen wirklich miteinander teilen können. Letztendlich beruhe unser eigenes Ich auch auf dieser Basis. "Und", fügt die 72-Jährige süffisant hinzu, "wir bilden die Erinnerung für das nächste Jahrhundert." Auf die Frage, welche Meinung sie heute zu ihren frühen Werken hat, sagte Frau Ono, dass sie mehr an ihren derzeitigen Arbeiten interessiert sei. Ihrem gesamten Werk läge jedoch ein Tenor zugrunde: Frieden und Liebe. Trotz der vielen konkreten Auseinandersetzungen, ist Frau Ono vom Überlebensinstikt der Menschheit überzeugt. Die modernen Techniken, wie das Internet beispielsweise spannen einen weiten Bogen um die Welt und sind eine positive Sache. Menschen rücken so näher zusammen, lernen sich kennen und tauschen sich aus. Das sind Technologien einer Friedensindustrie. Hingegen glaubt die Künstlerin nicht, dass mit Kriege Geld zu verdienen sei. Zerstören kostet Geld, Aufbauen kostet Geld. "Das sollten diese Unternehmen", so Yoko, "erst einmal begreifen, dann gäbe es auch keine Kriege mehr."
Mit Fragen zu John Lennon und Beatles hielt sich die versammelte Presse zurück. Kein Wunder, denn Frau Ono ist mehr als nur die Witwe eines berühmten Musikers. Bereits in den sechziger Jahren avancierte die damals junge Japanerin zu einer der angesagtesten Fluxus-Künstlerinnen in New York und später auch in London. Die Ausstellung in Passau zeigte wie umfang- und fazettenreich ihr Werk ist. Trotzdem kam Yoko nicht um eine Frage zu Paul McCartneys neuestem Album "Chaos And Creation In The Backyard" herum. Sie finde es sehr gut, dass Paul weiterhin so kreativ sei und ein Album herausgebracht habe. "Es hilft der Friedenindustrie, die Welt friedlicher zu gestalten." Es sei überhaupt sehr wichtig, kreativ zu sein, ob als Floristin, als Frisörin oder als Popstar.
German BEAT wollte von Yoko Ono wissen, wann man denn mit einer "yokoono.com" Webseite rechnen dürfe. In Oslo gab es einen großen Erfolg damit, die Instruktionen und andere Werke der Künstlerin aus dem Internet abrufen zu können. Sie liebe die Sache mit dem Internet, so auch das 1996 im Web initiierte Projekt "Acorns: 100 Days with Yoko Ono". Zur Umsetzung einer eigenen Homepage fehle ihr allerdings die Zeit. Und in ihrer humorvollen Art fügte die 72-Jährige hinzu, das ist die Zeit, die sie benötige, um ein Buch zu kaufen, Projekte vorzubereiten oder im Studio an neuen Aufnahmen zu arbeiten. Nein, sagte sie, dafür bestünde keine Zeit und spielt den Ball zurück: "Mag sein, dass Sie das machen wollen?"
Über Zukunftsprojekte ließ Yoko Ono nichts verlauten, vermutlich deshalb, um den Abschluß einer erfolgreichen Ausstellung in Passau würdig zu zelebrieren.
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Performance Reportage
You're right?! Right for what?

© Yoko Ono
Passau (gbip/22.10.2005) - Das Museum Moderner Kunst veranstaltete am Samstag nachmittag in Passau eine Performance mit der japanischen Künstlerin Yoko Ono - Der Höhepunkt der umfassensten, knapp drei Monate dauernden Werkschau auf deutschem Boden. Vor ausverkauftem Haus zog die 72-Jährige mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm die 300 Zuschauer in ihren Bann.
Yoko Ono steigt in einen großen Sack und bittet Museumschef Hans-Peter Wipplinger ihr darin Gesellschaft zu leisten. Sie fragt wenige Sekunden später: "Bist Du bereit?!" Er sagt: "Bereit für was?" Und dann ... fliegen einzelne Kleidungsstücke aus dem Inneren des Sackes - Versatzstück einer 1964 entworfenen Konzeptes, das einige Jahre danach zusammen mit John Lennon so richtig bekannt wurde. Die Aktion dauert nur wenige Augenblicke - die beiden Protagonisten steigen ganz gesittet aus dem Stoffbeutel. Was sie darin gemacht hätten, will eine Zuschauerin später im Verlauf der Fragerunde wissen. "Nun, das bleibt unser Geheimnis", antwortet Yoko Ono mit einem Lächeln.
Diese Episode aus dem Bühnenprogramm zeigt schon, es war an den 300 Gästen, sich im fürstbischöflichen Opernhaus auf eine Zeitreise mit Yoko Ono zu begeben. Die 40-minütige Performance striff Onos über 50-jährige Bühnenerfahrung. Dabei bediente die Japanerin sich ihrer eigenen Zitate, wie beispielsweise das "Bag Piece" mit Hans-Peter Wipplinger oder wie "Walking On Thin Ice" in einer Kombination aus Videopräsentation und Livetanz mit fernöstlichen Gesangseinlagen. Einer regen Publikumsfragerunde folgtr anschließend die Performance "Onochord" - in einer eher beiläufigen Interaktion zwischen dem Saal und der Künstlerin.
Den Anfang der Show bestritt Ono mit dem Outtro aus dem Film "Blueprint For A Sunrise". Dabei zerschnitt sie Teile der Videoleinwand (ein Hauch von "Cut Piece"), um dann selbst in schwarz gekleidet und mit einer Kapuze über dem Kopf die Bühne zu beschreiten. Einen ähnlichen Opener zeigte sie unlängst beim ArthurFest in Kalifornien.

Yoko Ono © German BEAT
Bei aller Ernsthaftigkeit, die einigen Darbietungen anheim war, sprühte Yoko vor Energie und Humor. So entgegnete sie Hans-Peter Wipplinger in einem kurzen Interviewteil auf die Frage, welche der zuletzt von ihr besuchten Städte ihr denn am besten gefallen habe: "Natürlich Passau!" Die anderen Orte, wie Tokio, London oder Paris kenne sie, in der Dreiflüssestadt habe sie neue Eindrücke gewonnen. Wipplinger wollte auch noch wissen, wann Yoko gedenke in Rente zu gehen. Sie parierte keck: "Everybody retires from life." Im Ernst, als sie 70 wurde, habe sie sich schlußendlich gefreut, denn "nicht jeder wird so alt". Es sei ein Bonus, das noch erleben zu können. Ihr Credo lautet deshalb schlicht und ergreifend: "Being alive". Und ob es trotz ihrer aparten und frischen Erscheinung noch eines Beweises bedurft hätte, legte die 72-Jährige eine erstaunliche Turnübung auf dem Bühnenparkett hin. Es schien fast so als gelte für sie "Carpe Diem" und so war es auch nicht verwunderlich, wenn Ono auf Publikumsfragen nach zukünftigen Projekten konkrete Antworten vermied.
Das passauer Publikum nahm die Performance teils dankbar, teils gelassen und auch teils irritiert entgegen. Auf der Bühne des Renaissancebaus, wo ansonsten Schiller, Verdi, Mozart oder Büchner zur Blüte reifen, herrschte nun eine Art Kulturrevolution im Weltmaßstab. Aber es scheint so, dass die Feuilletonisten in diesem Teil Bayerns ganz gut damit umgehen können, denn das nächste Kunsthighlight hat bereits begonnen. Das Museum Moderner Kunst zeigt Christo und Jeanne-Claudes Projekte der späten 90er Jahre und "Over the River".
Und überhaupt ... versprach Yoko - allerdings mit einem leichten Augenzwinkern - in zehn Jahren wiederkommen zu wollen. Zum Abschluss ihrer Performance stellte sich die Künstlerin neben einem großen Tonkrug und einer Decke belegt mit einem Haufen Scherben eines ehedem gleichen Behältnisses. Jeder Zuschauer sollte sich eine Scherbe mitnehmen, aufheben und in zehn Jahren wiederzukommen, um den Krug gemeinsam wieder zusammensetzen zu können.
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Buchrezension
Yoko Ono: Imagine Yoko
[Buch/VÖ in Schweden: 12. August 2005]

gekehrt © Bakhall 2005
"Der Kunstansatz Yoko Onos ist so verblüffend transparent sowie den Leserinnen und Lesern einfach vermittelbar." German BEAT Herausgeber Sven ist überzeugt: "Kaum eine Kunstform wird unser zukünftiges Kulturverständnis nachhaltiger prägen als Fluxus und Yoko." Daher ist dieses kleine Brevier nicht nur für Ono-Fans ein Muss.
Frankfurt/Main (gbip/23.10.2005) - "Imagine Yoko" ist eine Abhandlung von teils provokativen, wie auch verbindlichen Ideen. In dieser einzigartigen Edition des schwedischen Bakhall Verlages teilt die Lennon-Witwe ihre innersten Ansichten über Kunst mit dem Leser. Dem englischsprachigen Buch liegt außerdem eine exklusive DVD mit Ausschnitten aus ihren Filmen "Film No.4 (Bottoms)" und "Film No. 13 (Fly)" bei (Spieldauer: cirka 14 Minuten).

Bakhall 2005
"Imagine Yoko" steckt voller Inspiration und auch voller Zuversicht. Die Künstlerin glaubt an die Überlegenstrategie der Kunst und wirbt engagiert für den Gedanken, Kunst könne aus der Welt eine friedliche Einheit formen. Der schwedische Herausgeber Orjan Gerhardsson hat die Japanerin befragt und bedeutende Interviews aus den vergangenen 40 Jahren zusammengetragen. Jeder Textseite steht eine Seite mit Fotos und Illustrationen entgegen. In dem Brevier kommt Yoko ausschließlich selbst zu Wort und gibt erstaunliche Einblicke und eine ganzheitliche Orientierung in das Werk der heute 72-Jährigen. Es gibt derzeit wohl keine vergleichbare Veröffentlichung mit dieser Intention.
Bibliographische Angaben
Yoko Ono: Imagine Yoko
All artworks & texts by Yoko Ono
Layouted & edited by Orjan Gerhardsson
erscheint in englischer Sprache
123 Seiten; 56 Seiten mit Artwork; gedruckt auf hochwertigem Papier
Hardcover mit Glanzumschlag
Verlag: Bakhall, Lund/Schweden
Internet: www.bakhall.com
Weitere Veröffentlichungen des Verlages:
- Yesbox mit Interview- und Song-CD
- Grapefuit mit exklusiver Interview-CD.
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Pressemitteilungen
Yoko Ono: 06. August bis 09. Oktober 2005

Patina and paint on bronze
1 pair of Shoes(2 shoes) | Photo
by William Nettles | © Yoko Ono
"Basically I am interested in communication and therefore participation of everybody. I´m just part of the participation and the thing to participate should be basically a mind sort of thing. I can express it in any medium, just as you use water in everything for cooking."
Passau (ots/01.08.2005) - Diese Aussage Yoko Onos dient geradezu beispielhaft als Metapher für ihr gesamtes, grenzüberschreitendes uvre. In ihrem sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckenden künstlerischen Werk verwendet die zur Pop- und Kultfigur gewordene Künstlerin die verschiedensten Ausdruckformen und Darstellungsweisen. So verbindet sie in ihrer Arbeit Musik, Klangcollagen, Performance, Lyrik, Fotografie, Film und avantgardistische Konzept- und Installationskunst. Sie greift auf all diese medialen Formen zurück, und zwar Jahrzehnte bevor der Begriff "Crossover" in den 90er Jahren zu einem inflationär verwendeten Schlagwort der Jugend-Eventkultur geworden ist.

A computer generated image
by Yoko Ono, based on a photo-
graphy by Iain Macmillan, 1970
© 1992 Yoko Ono /
Lenono Photo Archive
Die 1933 in Tokyo geborene und in New York lebende Yoko Ono trat erstmals in den späten 50er Jahren als Avantgarde- und Performancekünstlerin im Umkreis der New Yorker Fluxusbewegung um George Maciunas, John Cage, Merce Cunningham, LaMonte Young oder Yvonne Rainer in Erscheinung. In den postdadaistischen Debatten, die von Michel Duchamp und John Cage geprägt waren, ging es um das Niederreißen der Grenze zwischen hoher Kunst und dem täglichen Leben. Yoko Ono hat diesen fluxusorientierten Ansatz verinnerlicht. Vor allem in ihren frühen Arbeiten wie Ceiling Painting und Painting to hammer a nail verwandelte sie den Alltag in Kunstobjekte und forderte damit die Frage heraus, was Kunst sei. In überraschenden und provokanten Arbeiten entstanden frühe Dichtung, Musikstücke und Performances.
Sie zielten darauf ab, die konventionellen Betrachtungsweisen der bildenden Kunst und das passive Verhältnis des Betrachters gegenüber der Kunst in Frage zu stellen und zu verändern.
Die Ausstellung "YOKO ONO", die erste in Deutschland stattfindende Personale in diesem Umfang der Künstlerin, präsentiert nahezu ihr gesamtes filmisches Werk, darunter die bekannten Arbeiten Bottoms, Fly, Smile oder Rape, die Yoko Ono als eine formal radikale Filmmacherin der 60er Jahre darstellen. Darüber hinaus wird in einem Musikraum eine Selektion ihres musikalischen Werkes zu hören sein. Die Schau vereint in den Bereichen Film, Musik und bildende Kunst ihre - von den frühen 60er Jahren bis in die Gegenwart reichenden - genreüberschreitenden Arbeiten.
Die Filme von Yoko Ono stellen eine besonders eigenständige und eigenwillige Position in der Geschichte des experimentellen amerikanischen Avantgardefilms dar. Ihre Besonderheit ergibt sich durch den Kontext der Fluxuskunst und den daraus entstehenden ästhetischen und philosophischen Herangehensweisen. Ihre Erfahrungen in experimenteller Musik und Performance führten Yoko Ono um 1966 zu den ersten filmischen Experimenten, aus denen etwa die avantgardistischen Filme Eyeblink, Match und Bottoms entstanden sind. Dabei reduzierte sie die Handlung meist auf das Allernotwendigste, und stellt - nur scheinbar nebensächliche - Details ins Zentrum der Betrachtung. Charakteristisch bei ihren Filmen ist die serielle Darstellungsform, die vertraute Zeitstrukturen unterwandert und den Fokus auf das Bild als Phänomen per se richtet. Die eigenartige Verwendung und Bearbeitung der Tonspur fügt den Filmen eine weitere außergewöhnliche Erfahrungsebene hinzu.
Auf musikalischer Ebene ist Yoko Ono mit ihrem Musikexperimenten, dem extremen Gesangstil und den minimalistischen Tendenzen in ihren Kompositionen und Soundperformances stets ihrer Zeit voraus gewesen. Dabei war sie wesentlich von der Zwölftonmusik der zweiten Wiener Schule um Schönberg und Webern geprägt. Diese musikalische Ausdrucksweise kam ihrem fluxusorientierten Ansatz sehr nahe, da die Kompositionsweise eine war, welche die strengen formalen Fesseln der Tonalität ablegen wollte, wenn nicht gar zu sprengen versuchte.
Die bildende Künstlerin, Musikerin und nach wie vor politisch engagierten Frau Yoko Ono, bei der Kunst, Leben und Selbstfindung eins sind, soll mit dieser Ausstellung, der ersten umfassenden Retrospektive in Deutschland, erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die Ausstellung wird gefördert vom Freistaat Bayern, der Hypo-Kulturstiftung, der CommuniGate Kommunikations-Service GmbH, der Amerikanischen Botschaft in Berlin in Kooperation mit dem Amerikanischen Generalkonsulat München, der Japan-Foundation, der E.ON GmbH Bayern, der Stadt Passau, der Passau Event Gesellschaft mbH, der Möbelwerkstätten Wagner sowie von Media Markt Passau.
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Weitere Informationen
Links
Siehe auch www.mmk-passau.de oder aktuelles Interview sowie Veranstaltungskritik in der Neuen Passauer Presse.
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