Triband: Trip
[CD, VÖ: 20.04.2007]
Zeitgemäße Indie-Jazzer auf Deutschlandtour
Triband sind Preisträger des "Musikpreises des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen 2007" und gehen jetzt auf Tour

© Herzog Records
Köln (gbip/28.09.2007) - "Das konservative Festhalten an alten Formen wie Swing, Modern Jazz und Jazzrock auf der einen Seite, sowie die bedrohliche Ideologie absoluter künstlerischer Freiheit im Free Jazz schienen eine neue Identität, einen dritten Weg, lange Zeit zu verhindern. Das Bild hat sich dramatisch geändert", schreibt der Fernsehsender 3sat auf seiner Webseite. "Eine Riege junger Musiker im Alter zwischen 30 und 40 krempelt die deutsche Jazzwelt um und beginnt, sich international zu behaupten. Selbstbewusst und souverän finden die jungen Musiker eigene Ausdrucksformen, schöpfen aus der gesamten Jazzgeschichte sowie aus der Poperfahrung der letzten 25 Jahre." Zu dieser "jungen Riege" zählen auch die Musiker von Triband. Aber was darf man von einer Band erwarten, die im Intro ihres "offiziellen inoffiziellen Tourfilms" die Ray-Charles-Aufnahme "Halleleja I Love Her So" erklingen lassen. Ein Titel übrigens, den die Beatles ebenfalls geliebt haben. Die Antwort ist einfach: Eigentlich alles! Doch damit hat's sich denn auch schon - in puncto Gemeinsamkeiten mit den Fab Four.
Triband - das sind Sandie Wollasch (Gesang), Sebastian Studnitzky (Trompete, Keyboards), Tommy Baldu (Schlagzeug) und Michael Paucker (Bass). Die Vier überzeugen mit originellen und interessanten Arrangements, einem griffigen Sound auf der Basis einer bisweilen recht uneitlen Produktionsweise. Die Songs pendeln irgend wo zwischen Pop, Jazz und Dance. Sobald die Ohren sich für Sekunden auf einen vermeintlichen Stil eingestimmt haben, folgt dann sogleich ein Richtungswechsel. Indie-Jazz nennen Sie das was sie spielen. Wir nennen das hoch entwickelten Pop auf Jazzbasis.
"Wir arbeiten zwar sehr grooveorientiert, kommen aber nicht aus der Loop- und Soundfrickler-Tradition", erläutert Sebastian Studnitzky: "Unsere Grooves sind gespielt und nicht am Computer designed, auch da, wo sie elektronisch anmuten. Überhaupt ist die ganze Produktion sehr organisch geworden. Die Aktualität des Sounds, die uns sehr wichtig ist, entstand überwiegend manuell - und durch eher 'klassische' Stilmittel. Wir verwenden für diese Art von Musik eher ungewöhnliche Instrumente wie Kirchenorgel, Melotron und Harmonium, das Schlagzeug klingt häufig muffig oder scheppernd, die Gitarren sind manchmal bewusst 'dilettantisch' gespielt, die Mikrophonierung ist absolut unkonventionell. So hat der einzelne Song wirklich alles erhalten, was er gefordert hat."
Ausgezeichnet!

Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen vergab ihren diesjährigen Musikpreis an die Band Triband. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich an förderungswürdige junge Musiker oder Gruppen vergeben. In der Begründung heißt es: "Die hochklassigen englischsprachigen Songs von Triband werden realisiert in originellen, interessanten Arrangements zwischen Jazz, Pop und Dance. Der eigenständige Sound ist überaus lebendig und die Stimme von Sandie Wollasch hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die vier Bandmitglieder haben in diesem Jahr als gewachsenes Kreativ-Kollektiv mit 'Trip' (Herzog Records) ihr neues Album veröffentlicht, das ausschließlich Eigenkompositionen präsentiert. Triband hat auf Tourneen durch die nationale und internationale Club- und Festivallandschaft sowie auf ihrer ersten CD 2005 ihre besonderen (Live-)Qualitäten bereits gezeigt. Die Fangemeinde wächst und die Chancen stehen gut, dass Triband ihren Bekanntheitsgrad nachhaltig ausbauen kann." Der Preis wurde am 12. September in Remagen überreicht. Die Laudatio hielt Udo Dahmen, Professor und Leiter der Popakademie in Mannheim.
Die frischgekürten Musikpreisträger setzen ihre Tournee ab 28. September fort
Ab dem 28. September 2007 machen die Vier das, was sie wahrscheinlich am liebsten machen - sie gehen weiter auf Tour. "Wir wollen", so Schlagzeuger Baldu, "ein klares, uneitles musikalischen Storytelling mit geilen Grooves und bewegenden Melodien." Das dies auch live für Beigeisterung sorgt, scheint Triband bisher quer durch die internationale Club- und Festivallandschaft von Moskau bis Lissabon bewiesen zu haben.
Die Termine im einzelnen sind:
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28.09. Nürnberg - Stimmenfang (Beginn: 20h30)
29.09. Rastatt - Schnick Schnack (20h00)
03.10. Lissabon (Portugal)- Speak Easy (tba)
05.10. Estoril (Portugal) - Zeno Lounge (tba)
06.10. Lissabon (Portugal) - Maxime (tba)
14.10. Heilbronn - Jazzfestival (13h30)
18.10. Riga (Lettland) - Sunset Bar (tba)
19.10. Riga (Lettland) - Sunset Bar (tba)
20.10. Kaunas (Littauen) - Jazzfestival (tba)
21.10. Freiburg - Jazzhaus (20h00)
14.11. Dresden - Blue Note (21h00)
15.11. Halle - Objekt5 (21h00)
16.11. Düsseldorf - Jazzschmiede (20h30)
17.11. Minden - Jazzclub (21h00)
18.11. Detmold - Jörgs Hof (20h00)
20.11. Hamburg - tba
21.11. Berlin - Grüner Salon (21h00)
22.11. Osnabrück - Blue Note (20h30)
23.11. Münster - Jazzclub (21h00)
24.11. Duisburg - Hundertmeister (20h00)
25.11. Aachen - Jakobshof (20h00)
27.11. Augsburg - Mahagonibar (22h30)
28.11. Altdorf - Blues Club (21h00)
29.11. Ulm - ROXY (20h00)
30.11. Tübingen - Sudhaus (21h00)
01.12. Stuttgart - BIX (21h00)
02.12. Wiesbaden - Walhalla Theater (20h00)
04.12. Aschaffenburg - Colosaal (21h00)
05.12. Karlsruhe - Tollhaus (Triband unplugged + Guests) (20h30)
06.12. Kaiserslautern - Cotton Club (20h30)
Alle Angaben ohne Gewähr!
"Es ist eigentlich so, dass unser Stilmix - oder wie immer man das nennen möchte - gut funktioniert, wenn wir das Publikum vor der Nase haben", meint Sebastian Studnitzky, Trompeter und Keyboarder auf der Webseite von 3sat. "Unsere Konzerte laufen super. Wenn Leute unsere Musik auf CD hören, erreichen wir wahnsinnig viel. Aber es ist nicht so einfach, das zu kommunizieren, weil es zwischen den Sparten ist. Es gibt kein richtiges Label für die Musik, und damit tut sich vor allem die Medienwelt ein bisschen schwer, Radiosender sowieso. Es ist einfach so zwischen den Sparten, und deswegen wählen wir gerade den ganz klassischen Weg, uns das Publikum zu erspielen."
Das aktuelle Album heißt bezeichnender Weise "Trip"

© Herzog Records
Pop? Jazz? Katzendreck! Der Groove, die Melodien und die akzentuierten Einwürfe im Jazzstil klingen unverbraucht und ... gut. Diese Inkredenzien, so die Pressemitteilung, "verbinden das relaxte Songwriting zeitloser Popmusik mit der Freiheit und dem Lebensgefühl des Jazz". Mit ihrem ersten Album "No Sleep" lies die Band vor zwei Jahren erstmals die Kritiker aufhorchen. Auf "Trip" servieren die Vier ausschließlich Eigenkompositionen. Zehn Songs, "die wir komplett gemeinsam entwickelt haben", sagt Tommy Baldu.
Schon nach den ersten Takten Musik fragt man sich: Annett Louisan auf Abwegen? Mitnichten, Sandie Wollasch haucht hier ins Mikrofon. "Man muss [ihre] Stimme ... nicht mögen, aber sie fügt sich in den Gesamtrahmen ein und prägt ihn zugleich damit wird die Stimme unter Umständen zum K.O.-Kriterium ... Für die Zielgruppe freilich ist es perfekte Musik", schreibt die Jazzzeitung in ihrer Onlineausgabe. Wir meinen Sandie beherrscht ihr Instrument Stimme perfekt.
Das Album "Trip" beginnt poppig. "Chameleon Moon" - Ein "Opener" nach Maß - trotzdem hört man diesen schönen Song nie im Radio. Beat und Mood bilden in "Something To Hold" eine ideale Symbiose für die blaue Stunde. Die Vier überzeugen durch einen grandiosen Sound - schön die "verlorene" Trompete. Dem emanzipierten und gefestigten Text zu "Got To" schlägt eine vornehmlich durch den Bass begründete Unruhe entgegen - klasse, die feste dagegen haltende Pianobegleitung. Bei "Trip" spürt man förmlich die Straße unter'm Hintern. Groovig ... und nicht nur einem Till Brönner wäre es zu verdanken, wenn die Kids anfangen Trompete lernen zu wollen. Dieses Instrument klingt einfach cool. Wer wurde nicht bereits von Albträumen heimgesucht - "Disgusting" fängt die Stimmung mit Keyboardstreichern, einem schleppenden Beat und einem wunderbaren Klavierspiel ein. "Pumpin'" ist Elektrojazz vom Feinsten. Schön die Keyboardloops und Sandies zartes Hauchen. "Somebody Else" klingt zunächst wieder stark nach Pop: strenger Beat und ein akzentuierter Bass. Bisweilen brechen die Akkorde jedoch den Mainstream. "Before We Fall" und "High" sind von der Grundauslegung her klassische Jazzstücke. Allein der Beat, die Loops und ein ungewöhnlicher Instrumenteneinsatz (bei "Before We Fall" wurde eine Kirchenorgel aufgenommen) sind die unkonvetionellen Markenzeichen Tribands. Beim Schlussstück "Love Can't Be Denied" dominiert ein vier bis fünf Minuten langer Instrumentalteil mit kleinen solistischen Verzierungen - bevor Sandie das Album gesanglich abschließt.
"Das Album klingt klasse, die Musiker sind spitze. Die Kombination der Jazzelemente mit straightem Beat und prominentem Bass ist keine allzu gewagte. Sie geht auf, wie Triband mit "Trip" beweisen", meint German BEAT!-Herausgeber Sven. "Vielleicht habe ich auch eine andere Vorstellung von 'Groove' - ich beziehe diesen Begriff eher auf Funk und Soul. Ungeachtet dessen, die Platte besitzt musikalischen Tiefgang."
Unsere Anspieltipps sind: "Chameleon Moon", "Before We Fall" oder "Something To Hold".
Links
- Triband: Offizielle Künstlerseite mit vielen Anspielmöglichkeiten und reichlich Videos
- Triband: Offizielle Myspace-Seite
- 3sat: Video über Triband aus der Sendereihe "Fünf Farben Jazz" / Bericht
- ka-news.de: Über den Wolken mit Tribands "Trip" (CD-Rezension)
- NeueHelden.tv: Triband zu Gast bei dem Musikmagazin im Hamburger Kabelnetz
- q-rious: Pressetext zum Album "Trip" und zur gleichnamigen Tour
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